Lindner LINTRAC 90 mit mitlenkender Hinterachse

Er sieht aus wie ein Standardtraktor, kann aber mehr! Der neue Lintrac 90 von Lindner fährt stufenlos und wendet, dank Allradlenkung, auf engstem Raum. Kurz vor der offiziellen Präsentation konnten wir das neue Fahrzeug unter die Lupe nehmen.
Der neue Lintrac 90 bei der ersten Ausfahrt.
Der neue Lintrac 90 bei der ersten Ausfahrt.
Der Lintrac ist ein vollwertiger Traktor mit großen Hinterrädern und kleinen Vorderrädern, ganz wie man es gewohnt ist. Dank seiner kompakten Bauweise und außergewöhnlicher technischer Raffinessen ist er besonders für alle Arbeiten am Steilhang, im Forst, im Kommunalbereich und unter beengten Verhältnissen am Hof wie geschaffen. Bergbauern, die für ihre Arbeiten bisher einen Zweiachsmäher, einen Transporter, einen Traktor und einen Hoflader brauchten, könnten künftig diese möglicherweise alle mit dem neuen Lintrac erledigen. Das neue Konzept vereint die Vorteile der bis dato bewährten Spezialmaschinen.

Das stufenlose TMT09 Getriebe soll bei ZF in Steyr gebaut werden.
Das stufenlose TMT09 Getriebe soll bei ZF in Steyr gebaut werden.
Stufenloses Getriebe von ZF
Das stufenlose Getriebe wurde gemeinsam mit ZF entwickelt. Es besteht aus zwei Modulen: Einem Hochleistungs-Hydrostat mit 45 cm³ Fördervolumen und einem Planetensatz. Das Gruppenmodul besteht aus einem Doppelkupplungspaket, zwei Vorwärtsgruppen und einer Rückwärtsgruppe. Im Gegensatz zu seinen großen Geschwistern fehlt dem TMT09 die dritte Kupplung mit rückwärts rotierenden Lamellen. Dadurch ist es kompakter und leichter geworden. Zudem verspricht sich Lindner davon einen deutlich höheren Wirkungsgrad.

Armlehne mit Ldrive-Bedienung.
Armlehne mit Ldrive-Bedienung.
Ldrive oder Fahrpedal
Bei der Bedienung hat sich Lindner bei den Baumaschinen und noblen Luxuskarossen von BMW und Audi umgesehen. Was bei BMW iDrive heißt, nennt Lindner Ldrive. Der Lintrac fährt sich auch so einfach, wie ein Pkw mit Automatikgetriebe. Starten, Fahrtrichtung vorwählen und Gas geben. So kann mit dem Fahrpedal stufenlos und ruckfrei von 0,4 bis 43 km/h vorwärts und von 0,4 bis 20 km/h rückwärts beschleunigt werden. Dasselbe ist auch mit dem Ldrive-Rad in der Armlehne möglich. Mit einem Druck auf das Drehrad, wird Ldrive aktiviert. Durch rechts oder links drehen kann die Geschwindigkeit erhöht oder verringert werden. Drückt man das Drehrad nach links, rechts, vor oder zurück wird eine von vier Fahrstrategien ausgewählt.
Natürlich lässt sich auch die Fahrpedal-Spreizung ändern, das Beschleunigungsverhalten und die Motordrückung einstellen, Tempomatgeschwindigkeiten abspeichern und vieles mehr.

Perkins mit Partikelfilter
Der Lintrac hat denselben Perkins-Motor wie der Geotrac 84ep unter der Haube. Er ist ausgestattet mit einer Common-Rail-Hochdruckeinspritzung und 4-Ventiltechnik. Im Lintrac leistet dieser Motor 75 kW/102 PS bei der Nenndrehzahl von 2.200 U/min. Die Abgasstufe 3B erreicht er durch einen kombinierten Diesel-Oxidationskatalysator und Diesel-Partikelfilter sowie durch eine gekühlte Abgasrückführung. Der Partikelfilter braucht nur alle 3.000 Stunden von Ascherückständen befreit werden.

Der Lintrac bietet bis zu fünf elektrohydraulische Steuergeräte.
Der Lintrac bietet bis zu fünf elektrohydraulische Steuergeräte.
Elektrohydraulische Steuergeräte
Neue Wege geht Lindner auch bei der Hydraulik. Die neue Axialkolbenpumpe mit einer maximalen Förderleitung von 88 l/min ist nicht mehr am Motor, sondern am Getriebe angeflanscht. Lindner verbaut im Lintrac ausschließlich elektrohydraulische Steuergeräte, die sich komfortabel in Menge und Zeit einstellen lassen.

Die Allradlenkung reduziert den Wendekreisdurchmesser um mehr als zwei Meter.
Die Allradlenkung reduziert den Wendekreisdurchmesser um mehr als zwei Meter.
Mitlenkende Hinterachse
Eine Allradlenkung hat es bei Standard-Traktoren bisher noch nicht gegeben. Die Hinterachse des Lintrac lenkt bis maximal 20° mit. Auch „Hundegang“ ist möglich. Diese Innovation wurde kürzlich von der DLG mit einer Agritechnica-Silbermedaille ausgezeichnet.
Der vordere Lenkeinschlag beträgt 52°. Die Hinterachslenkung lässt sich per Knopfdruck aktivieren und schaltet sich bei einer Geschwindigkeiten ab 20 km/h automatisch ab. Mit aktivierter Allradlenkung reduziert sich der Wendekreisdurchmesser um mehr als zwei Meter.
Damit die Hinterachslenkung auch Platz hat, haben die Konstrukteure die neuentwickelte Kabine um 170 mm weiter vorne platziert. Unten im Fußbereich wurde sie gegenüber der Geotrac-Kabine um 8 cm enger. Im Sitz- und Schulterbereich des Fahrers ist sie aber um 10 cm breiter geworden. Damit ist auch Platz für einen vernünftigen Beifahrersitz.

Der Lintrac wiegt laut Prospektangabe 3.750 kg. Das höchstzulässige Gesamtgewicht beträgt 5.800 kg. Das ermöglicht eine Zuladung von etwa über zwei Tonnen.
Ab Mai 2014 sollen die ersten Vorserienmaschinen vom Band laufen. Der volle Produktionsanlauf ist für Oktober 2014 geplant.
Mit der Vorstellung des neuen Lintrac unterstreicht Lindner einmal mehr seine Bedeutung für die Berglandwirtschaft.


Zur Homepage von LINDNER

Autor: Johannes Paar
Aktualisiert am: 23.10.2013 19:19

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