Liegeboxen: Betten machen im Kuhstall - so machen Sie es richtig

Kühe sollen bis zu 14 Stunden täglich liegen. Erst dann kann eine Kuh ausreichend Wiederkauen und ihren Bewegungsapparat entlasten. Welche Einstreu die Kühe lange ruhen lässt, lesen Sie in diesem Beitrag.
Das Einstreumaterial muss so trocken wie möglich gehalten werden, um das Bakterienwachstum zu hemmen.
Das Einstreumaterial muss so trocken wie möglich gehalten werden, um das Bakterienwachstum zu hemmen.
Zum Liegeboxenkomfort gehört nicht nur die Abmessung der Liegebox und die Akzeptanz der Tiere, sondern auch die Wahl der Einstreu. Bei Liegezeiten wird das Euter besser durchblutet, die Kuh hat mehr Zeit zum Wiederkauen, der gesamte Bewegungsapparat wird entlastet und die Klauen können abtrocknen.

Ideale Einstreu verwenden
Die Einstreu soll trocken sein und Feuchtigkeit schnell binden, aber sie soll auch kostengünstig und arbeitswirtschaftlich sinnvoll in das Betriebskonzept passen. Für die Kuh ist eine wärmedämmende, leicht verformbare und hautverträgliche Liegebox ideal. Im Hinblick auf die Hygiene soll das Material relativ keimarm und alkalisch sein.

Kühe bevorzugen Stroh
Für die Einstreu ist besonders Gerstenstroh zu empfehlen, weil es saugfähiger ist als andere Arten. Eine stabilere Matratze lässt sich mit Langstroh aufbauen. In Wahlversuchen, die in Finnland und in England durchgeführt wurden, konnte festgestellt werden, dass Kühe eine Liegebox mit dicker Strohmatratze einer Liegebox, die mit Sand eingestreut ist, vorziehen. Die gesamte Liegezeit war in Sandboxen geringer. Hier kommt zum Ausdruck, dass Stroh eine Isolationswirkung nach unten hat und die Tiere, besonders im Winter, weniger Wärmeverluste haben. Stroh hat eine geringere Belastung mit coliformen Keimen, aber andere Staphylokkoken – Arten sind vermehrt vorhanden. Die Keimbelastung ist allerdings in Sandliegeboxen am geringsten ist. Nachteilig ist, dass bis zu 20 kg pro Box und Tag pro Tier erforderlich sind. Zusätzlich erfordert die Güllehandhabung mit Sand mehr Aufwand und verursacht dadurch mehr Arbeit und Kosten.

Fazit
Ein gutes Liegeboxenmanagement wirkt sich neben einer guten Milchleistung vor allen Dingen positiv auf die Eutergesundheit und den Zellgehalt aus. Je geringer die Bakterienbelastung an der Zitzenspitze ist, desto geringer ist die Gefahr der umweltbedingten Mastitiden. Dazu muss die Liegefläche der Kuh so trocken und sauber wie möglich gehalten werden und täglich neues Einstreumaterial in den hinteren Boxenbereich eingebracht werden, damit das Wachstum von Umweltmastitis-Keimen begrenzt wird. In diesem Zusammenhang ist es vorteilhaft, Einstreumaterial von größerer Partikelgröße zu wählen, da hier das Bakterienwachstum langsamer ist, als bei feinem Material.

Autoren: Sibylle MÖCKLINGHOFF-WICKE und Dr. Peter ZIEGER, Innovationszentrum Milch Hessen (D)


Autor:
Aktualisiert am: 25.01.2008 11:40
Landwirt.com Händler Landwirt.com User