Lieblingsbeschäftigung der Schweine

Beschäftigungsmaterialien für Schweine sind nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sie können auch Aggressionen abbauen. Die Fachhochschule Südwestfalen hat untersucht, welche Materialien die Schweine besonders lieben.
Schweine lieben Sonnenblumenkerne. Eine Platte unter den Automaten verhindert, dass Beschäftigungsmaterial unter die Spalten fällt. (Foto: Ziron)
Schweine lieben Sonnenblumenkerne. Eine Platte unter den Automaten verhindert, dass Beschäftigungsmaterial unter die Spalten fällt. (Foto: Ziron)
Die Untersuchungen zeigen, wie attraktiv Sonnenblumenkerne für die Schweine sein können. Im Versuch wird aber auch sehr deutlich sichtbar, wie wichtig eine planbefestigte Oberfläche unter einem Automaten ist, aus dem organisches Beschäftigungsmaterial herausfällt. Zum einem landet das organische Material nicht direkt in der Gülle und verursacht Probleme, zum anderen können die Schweine ihrem Wühl- und Futtersuchverhalten sehr gut nachkommen. So sind die Schweine sehr gut beschäftigt und die Gefahr von Verhaltensstörungen und Aggressionen den Buchtengenossen gegenüber lässt sich stark reduzieren.
Beschäftigung notwendig
Die überwiegende Mehrheit unserer Hausschweine wird aus hygienischen und ökonomischen Gründen ohne Einstreu auf Spaltenböden in geschlossenen Ställen gehalten. Sie haben dort wenig Möglichkeit, natürliche Verhaltensmuster wie Wühlen, Kauen, Erkunden oder auch die Futtersuche auszuleben. Um Verhaltensstörungen und Aggressionen, die aus dieser Einschränkung des natürlichen Tierverhaltens hervorgehen können, zu verhindern, brauchen die Tiere Ersatzbeschäftigungsmaterialien. Das Wildschwein verbringt mit der Futtersuche und Futteraufnahme bis zu 50 % des Tages. Die Mastschweine benötigen bei den heutigen Aufstallungsvarianten in Abhängigkeit vom Fütterungssystem nur wenige Minuten für die Futteraufnahme. Der Drang zum Wühlen, Nagen, Beißen, Kauen und Erkunden ist dabei nicht ausgelastet. Um Fehlverhalten wie Aggressionen gegenüber den Buchtengenossen zu verhindern, muss den Tieren geeignetes Beschäftigungsmaterial angeboten werden. Hierbei spielt nach den heutigen Erkenntnissen aber nicht nur die Veränderbarkeit oder Verformbarkeit der Materialien eine Rolle. Wichtig ist auch, ob die Materialien fressbar sind und eventuell sogar einen Futterwert darstellen.
Den Artikel von Martin Ziron und Niklas Eickhoff in voller Länge und mit detaillierten Versuchsergebnissen und Tipps für das richtige Beschäftigungsmaterial finden sie in der LANDWIRT Ausgabe 16/2018 Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 16/2018 (solange der Vorrat reicht)

Aktualisiert am: 03.08.2018 11:48