Leptospirose: eine schleichende Gefahr im Sauenstall

Leptospirose ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit und kann bei Zuchtsauen zum „Verwerfen“ führen.
In feuchter Umgebung bleiben Leptospiren bis zu 14 Tage infektionsfähig.
In feuchter Umgebung bleiben Leptospiren bis zu 14 Tage infektionsfähig.
Leptospirose wird durch eine Reihe von Spiralbakterien verursacht wird. Diese Erreger befallen Schweine, Hunde, Rinder, Ratten, Mäuse und auch wildlebende Tiere. Am Ende der Infektionskette steht der Mensch, der jedoch selten erkrankt. Aufgrund der Übertragungsmöglichkeit von Leptospiren auf den Menschen spricht man von einer Zoonose.

Was sind Leptospiren?
Leptospiren sind schlanke, korkenzieherförmige Bakterien. Innerhalb der Gattung der Leptospiren unterscheidet man 16 Genotypen (Haupttypen), von welchen weitere 200 Serovare (Untertypen) bekannt sind. Diese befallen bevorzugt bestimmte Tiere, können aber auch von einer auf eine andere Spezies übertragen werden. Von diesen vielen Untertypen ist jedoch nur ein Teil krankmachend (Bsp. Leptospira bratislava).

Übertragung und Infektionsverlauf
Ausschlaggebend für die Ansteckung mit Leptospiren ist eine vorhergehende Ausscheidung im Harn infizierter Tiere und das Überleben des Erregers außerhalb des Körpers. Leptospiren sind sehr empfindlich gegen Austrocknung, können jedoch in feuchter Umgebung bis zu 14 Tage überleben.
Die Übertragung erfolgt entweder direkt über leptospirenhältigen Harn oder indirekt über kontaminiertes Wasser, Erde oder Gegenstände. Eine der häufigsten Infektionsquellen für das Schwein stellen kleine Nager, wie Ratten und Mäuse dar. Grundsätzlich können sich alle Säugetierarten (auch der Mensch) mit Leptospiren infizieren und diese anschließend auch ausscheiden, wobei bei bestimmten Serotypen eine Wirtsspezifität zu beobachten ist.
Leptospiren können durch Schleimhäute oder aufgeweichte Haut in den Körper eindringen. Nach 1-2 Wochen kommt es zur Bakterienansammlung im Blut (Bakteriämie). Hierbei können 1-2 Tage lang fieberhafte Reaktionen beobachtet werden. Etwa eine Woche nach der Infektion reagiert der Körper mit der Ausbildung von Antikörpern. Anschließend verschwinden die Leptospiren aus dem Blut und besiedeln Organe des Körpers, vor allem Niere und Leber. Die nun folgende Erregerausscheidung über den Harn kann sich beim Schwein über Jahre hinwegziehen.
Während der Bakteriämie können Leptospiren über die Gebärmutter in Föten eindringen (bevorzugt in späteren Trächtigkeitsstadien). Infektionen beim Deckakt erfolgen durch infektiösen Harn und können ohne Einfluss auf die Befruchtung und anschließende Trächtigkeit ablaufen.

Autor: Mag. Mathias HUBER, Traunkreis Vet Clinic, Ried


Aktualisiert am: 18.01.2007 18:21
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