Lehner Wolle kühlt und heizt mit Biomasse

Die Waizenkirchner Firma Lehner Wolle setzte beim Neubau ihrer Produktionshalle auf einen ganzheitlichen Ansatz und produziert nun Wärme und Kälte aus Biomasse um der Wolle und den Mitarbeitern ideale Bedingungen zu schaffen.
Neben Teppichen und Garnen hat der innovative Unternehmer Alexander Lehner seine Produktpallette auf Dämmstoffe und Deko-Material für die Floristik erweitert.
Neben Teppichen und Garnen hat der innovative Unternehmer Alexander Lehner seine Produktpallette auf Dämmstoffe und Deko-Material für die Floristik erweitert.
Weben, Spinnen, Walken – die drei Kernkompetenzen von Lehner Wolle³. Der 60-Mann Betrieb im oberösterreichischen Waizenkirchen hat in den letzten beiden Jahren seinen Umsatz mit innovativen naturreinen Produkten aus Schafwolle verdoppelt. Nicht zuletzt durch die Erweiterung der Produktpalette auf innovative Dämmprodukte der Marke Isolena. Der ganzheitliche ökologische Ansatz wurde nun auch beim Neubau von Produktionshalle und Bürogebäude auf innovative Weise umgesetzt. Zentrales Elment - Wärme und Kälte aus Biomasse für ein optimales Raum- und Produktionsklima.

Innovative Haustechnik
Höchste Standards in der Wollverarbeitung stellen hohe Anforderungen an das Raumklima. Wolle lädt sich bei schlechten Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsverhältnissen elektrostatisch auf. Schwankende Produktqualitäten sind die Folge. Und der Firmeninhaber Alexander Lehner ergänzt: „Das Raumklima ist auch für ein gesundes Arbeitsplatzklima entscheidend. Wir wollen, dass sich unsere Mitarbeiter wohlfühlen“. Hinter dieser Wohlfühl-Atmosphäre steckt ein innovatives Technik-Paket des örtlich ansässigen Haustechnikers Wurm Energiesysteme:

  • Wärmeerzeugung mit Biomasse (100 kW Pelletheizung) und 80 m² Kollektorfläche
  • Kälteerzeugung mit einer Absorptionskältemaschine
  • Regenwasser-Verdunstungskühlung
  • Wärmerückgewinnung mit Schmutzwasserwärmetauscher
  • Rohr- und Pufferisolierung mit Schafwolle
  • Tageslichtsystem und Nachtlüftung in Büro und Produktionsbetrieb


Biomasse sorgt für Wärme und Kälte
Anstatt einer herkömmlichen Kompressionskältemaschine kommt bei Lehner Wolle eine Absorptionskältemaschine zum Einsatz. Der Vorteil: Sie braucht wesentlich weniger mechanische Energie (das Pumpen von Flüssigkeit erfordert im Vergleich zur Verdichtung von Gas je kg sehr wenig Arbeit). Beim Absorptionsverfahren wird das Kältemittel nicht in einem Feststoff sondern bei niedrigem Druck in einer Flüssigkeit gelöst. Mittels Pumpe wird das Kältemittel dann auf ein hohes Druckniveau gebracht. Durch Wärmezufuhr wird das Kältemittel wieder ausgetrieben.

Kühlen mit Biomasse
Biomasse hat laut Angaben der Firma KWB erhebliche Kostenvorteile in der Kälteerzeugung. Ausgehend von einer Kühllast von 210 kW ergeben sich mittlere jährliche Gesamtkosten pro kWh Kälte 12 Cent mit einer Absorptionskältemaschine im Vergleich zu 17 Cent/kWh mit einer Kompressionsanlage. Für das Praxisbeispiel ergibt sich somit ein jährlicher Kostenvorteil von rund 16.000 Euro und wirtschaftliche Positiv-Effekte hinsichtlich Steigerung regionaler Wertschöpfung. Für die Biomasse insgesamt ergibt sich mit damit ein weiteres Einsatzfeld mit enormen Potential. Im Bereich der Landwirtschaft etwa könnten solche innovativen Konzepte im Bereich Milch- und Lebensmittelkühlung verstärkt zum Einsatz kommen.


Aktualisiert am: 24.06.2010 18:41
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