Lebensmittelskandal: EU-Mitgliedstaaten stimmen für DNA-Tests

Nach dem Pferdefleisch-Skandal will die EU-Kommission auf Nummer sicher gehen. Im Rahmen des Testprogramms sollen in den EU-Mitgliedstaaten jeweils zehn bis 150 Verarbeitungsprodukte aus Rindfleisch aus dem Regal untersucht werden.
DNA Test sollen in Zukunft klären, ob es sich bei Rindfleischerzeugnissen auch wirklich um 100 %iges Rindfleisch handelt.
DNA Test sollen in Zukunft klären, ob es sich bei Rindfleischerzeugnissen auch wirklich um 100 %iges Rindfleisch handelt.
Mithilfe der DNA-Analyse soll festgestellt werden, ob es sich bei verarbeiteten Produkten wirklich 100 %ig Rindfleisch handelt. Die EU-Mitgliedstaaten haben sich im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette für den Kommissionsvorschlag ausgesprochen.
In der EU sind 2.250 Tests von Verarbeitungsprodukten vorgesehen. Zudem soll Pferdefleisch in den Schlachthöfen auf Phenylbutazon hin untersucht werden. Pro 50 t Pferdefleisch soll eine Probe genommen werden. Die Arbeiten sollen unverzüglich beginnen und sind zunächst auf einen Monat begrenzt, mit der Möglichkeit auf zwei Monate Verlängerung. Die Ergebnisse sollen der EU-Kommission bis Mitte April übermittelt werden. Frankreich, das Vereinigte Königreich und Italien forderten im Ausschuss Hinweise auf die Herkunft des Fleisches in Verarbeitungsprodukten. Die Kommission arbeitet noch an einer Folgenabschätzung für die Herkunftsnachweise und vertröstet damit die EU-Mitgliedstaaten. Für die Zukunft schließt aber EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg eine dauerhafte Einführung von DNA-Tests für Fleisch auf EU-Ebene nicht mehr aus.

Berlakovich will "Lebensmittel-Reisepass"
Als Konsequenz aus dem Pferdefleisch-Skandal forderte Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich einen sogenannten "Lebensmittel-Reisepass". "Wir brauchen mehr Transparenz. Derzeit werden Eier, Milch, Gemüse etc. gekennzeichnet, woher sie kommen. Bei verarbeiteter Kost gibt es dies nicht. Mein Vorschlag: Ein "Lebensmittel-Reisepass ", der Ursprungsorte der Inhaltsstoffe anzeigt ", führte Berlakovich aus. Sein Anliegen möchte der Ressortchef beim nächsten EU-Ministerrat Ende Februar vorbringen.

Aktualisiert am: 18.02.2013 16:51
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