Lebensmittelkennzeichnung auf EU-Ebene neu geregelt

Die Lebensmittelkennzeichnung wurde von der europäischen Komission neu geregelt. Berlakovich fordert europäische Gesundheitsminister auf, Verbesserungen zu erzielen. Auch die LK Österreich hätte sich mehr erwartet.
Die Lebensmittelkennzeichnung wurde auf EU-Ebene neu geregelt.
Die Lebensmittelkennzeichnung wurde auf EU-Ebene neu geregelt.
Nach einer mehr als dreijährigen Diskussion über eine Totalreform der Lebensmittelkennzeichnung unter ausschließlicher EU-Kompetenz haben sich der EU-Rat, das EU-Parlament und die Kommission vor zwei Wochen auf einen Kompromiss geeinigt. Damit werden die Spielregeln für die LM-Kennzeichnung allgemein, aber auch Spezialbereiche wie die Nährwert- und Allergenkennzeichnung, der Täuschungsschutz oder die Herkunftskennzeichnung neu geregelt. Für Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, ist es ein "akzeptabler Kompromiss. Man kann damit leben, aber wir hätten uns mehr gewünscht", erklärte er und hob dabei neben den verbesserten Spielregeln für die Herkunftskennzeichnung und -auslobung auch das Täuschungsverbot als positives Element hervor.

"Die europäische Verbraucherinformationsverordnung ist ein Schritt nach vorne, allerdings sind die österreichischen Positionen noch nicht ausreichend verankert worden. Die Gesundheitsminister sind hier gefordert, möglichst rasch Verbesserungen zu erzielen“, betont Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich. „Österreich tritt klar für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei unverarbeiteten Produkten und landwirtschaftsnahen Verarbeitungserzeugnissen wie Milch in Käse und Fleisch in Schinken ein. Ich hätte mir eindeutig mehr Ergebnisse erwartet, wenn auf EU-Ebene seit 2008 über eine neue Regelung diskutiert wird“, so der Landwirtschaftsminister weiter. „Die vorliegende Regelung ist sehr vage und man hat das Gefühl, als würde einiges auf die 'lange Bank' geschoben", betont der Landwirtschaftsminister.

So soll die EU-Kommission innerhalb von drei Jahren einen Bericht über eine mögliche Ursprungs- und Herkunftskennzeichnung zu allen anderen Arten von Fleisch (außer Rindfleisch, wo es bereits eine verpflichtende Kennzeichnung gibt), Milch - auch als Zutat von Molkereiprodukten, unverarbeiteten Lebensmitteln, Erzeugnissen aus einer Zutat und Zutaten, die mehr als 50% eines Lebensmittels ausmachen, erstellen. Innerhalb von zwei Jahren soll die EU-Kommission außerdem einen Bericht über die Möglichkeit der verpflichtenden Herkunfts-/Ursprungs-Kennzeichnung von Fleisch, verwendet als Zutat, erstellen. "Daher ist es wichtig, in der Zwischenzeit nationale Impulse zu setzen, wie etwa mit dem sus- Herkunftskennzeichnungsystem im Schweinefleischbereich oder dem AMA Gütesiegel. Wo Österreich draufsteht, muss Österreich drinnen sein", betont der Landwirtschaftsminister.


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Aktualisiert am: 06.07.2011 08:16
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