Lebensmittel landen im Müll: Was wir dagegen tun können

Der Welternährungstag 2012 ist Startschuss für eine landesweite Informations-Offensive der steirischen Bäuerinnen. Das Ziel dabei: Lebensmittel sollen „Rest´los gescheit“ auf den Tisch kommen, statt im Müll landen.
Heimische Lebensmittel sind zu kostbar, um im Müll zu landen. Landesbäuerin Gusti Maier (2.v.r.) machte heute gemeinsam mit Vizepräsident Franz Titschenbacher (r.), Bürgermeister Siegfried Nagl (3.v.r.) und LWK-Direktor Werner Brugner auf die Lebensmittelverschwendung aufmerksam. (Foto: Fischer)
Heimische Lebensmittel sind zu kostbar, um im Müll zu landen. Landesbäuerin Gusti Maier (2.v.r.) machte heute gemeinsam mit Vizepräsident Franz Titschenbacher (r.), Bürgermeister Siegfried Nagl (3.v.r.) und LWK-Direktor Werner Brugner auf die Lebensmittelverschwendung aufmerksam. (Foto: Fischer)
Ein Vier-Personen-Haushalt wirft pro Jahr genießbare Lebensmittel im Wert von rund 500 Euro in den Müll. Die Gründe sind vielfältig: Schlecht gelagert, zuviel gekauft, kein Gusto auf Vorräte, die zu Hause sind oder auch mangelndes Wissen darüber, wie lange verpackte Lebensmittel tatsächlich genießbar sind. Genau deshalb starten die steirischen Bäuerinnen anlässlich des Welternährungstages eine breit angelegte, landesweite Informations-Offensive.

„In Österreich landen jährlich 166.000 Tonnen original verpackte beziehungsweise angebrochene Lebensmittel im Restmüll. Das ist allein der jährliche Lebensmittelverbrauch der Grazer“, rechnet Vizepräsident Franz Titschenbacher vor.

Das Wegwerfen von Lebensmitteln hat weitreichende Folgen. Jedes Lebensmittel braucht bei der Herstellung wertvolle Ressourcen: Wasser, Ackerboden, Energie, Arbeitskraft und Rohstoffe. Dieser Einsatz ist letztlich vergeblich investiert, wenn Lebensmittel am Ende entsorgt werden. Beispielsweise werden für das in Österreich jährlich weggeworfene Brot 20.000 Hektar an Ackerfläche benötigt.

Was kann man gegen die Lebensmittelverschwendung tun?
Das wären etwa ein bedarfsgerechtes Einkaufen, eine bessere Lagerung, ein Ändern der Marketingstrategien durch den Lebensmittelhandel oder das Anbieten unterschiedlich großer Portionen in der Gastronomie. Einen großen Einfluss hat auch ein gezieltes Unterscheiden zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsfrist.

Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsfrist.

Mindesthaltbarkeitsdatum:
Durch das Mindesthaltbarkeitsdatum erfährt der Verbraucher, bis wann der Hersteller des Lebensmittels garantiert, dass es seine spezifischen Eigenschaften behält. Das heißt, das Lebensmittel ist bei richtiger Lagerung mindestens bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum garantiert in Ordnung. Die Lebensmittel sind auch nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums grundsätzlich noch in Ordnung. Der Verbraucher kann selbst – ohne Analyse im Labor – prüfen, ob das Lebensmittel einwandfrei, bereits verdorben oder für den Verzehr ungeeignet ist .

Verbrauchsfrist
Die Verbrauchsfrist gibt an, wann ein Lebensmittel verbraucht werden soll. Lebensmittel, die leicht verderblich sind, müssen mit einer Verbrauchsfrist versehen sein. Leicht verderblich sind rohes Faschiertes, Frischfleisch, frische Fische, rohes Geflügel, Knochen, Rohmilch oder Rohrahm. Rohe Bratwürste, Geflügel, frischer Fisch, geschnittenes oder gewürztes Fleisch, soll bis zum Ende der Verbrauchsfrist verzehrt werden.

Wie erkenne ich, ob das Lebensmittel noch in Ordnung ist?

Das Aussehen prüfen: Also das Lebensmittel genau anschauen und auf Farbe sowie Unversehrtheit der Verpackung prüfen. Ist sie geöffnet, ist unter dem Etikett z.B. Schimmel zu sehen?

Geruch prüfen: Riechen, ob das Produkt den typischen Geruch hat. Beispielsweise soll Wurst eindeutig nach Wurst riechen. Wird kein typischer Geruch mehr festgestellt, dann ist das meistens ein erstes Anzeichen für den beginnenden Verderb.

Geschmack prüfen: Daran erkennt man leicht, ob beispielsweise Milch sauer ist.

Aktualisiert am: 15.10.2012 12:07
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