Lebensmittel - Teuerung: Wieviel kommt beim Bauern an?

Seit 2006 sind die Verbraucherpreise für Lebensmittel um durchschnittlich 8% gestiegen. Bleibt die Frage, wer an dieser Teuerung verdient. Die Kleine Zeitung ging dieser Frage nach und interviewte den Präsindeten der kärntner Landwirschatskammer Wutscher.
Kärntens Landwirtschaftskammerpräsident Wutscher rechnet vor.
Kärntens Landwirtschaftskammerpräsident Wutscher rechnet vor.
Die Erkenntnis der letzten Wochen: Milch, Fleisch und Brot wurden teurer. Der Schluss daraus: Die Bauern werden reicher. Zumindest am Biertisch und in den Medien wird das gerne behauptet. "Eine Frechheit so etwas zu sagen." Landwirtschaftskammer Präsident Walfried Wutscher macht mit den Gerüchten rund um die "reichen Bauern" reinen Tisch. "Genauso wie für jeden anderen haben sich auch für Bauern die Preise für Strom, Treibstoff und Futtermittel erhöht. Von der Preissteigerung bei den Lebensmittel haben die Landwirte fast nichts bekommen", sagt Wutscher.

22% oder 5%?
Die Statistik bestätigt: Der Verbraucherpreis für ein Kilo Schweinefleisch stieg zwischen dem Jahr 2000 und 2006 um 22 Prozent. Bauern bekommen aber nur fünf Prozent mehr. Augenscheinlich, dass die Bauern keine "Abzocker" sind, wird es beim Brotpreis. Der stieg für den Kunden zwischen 2000 und 2006 um 34 Prozent. Die Bauern bekamen im Vorjahr für ihre Rohstoffe aber um elf Prozent weniger als noch vor sechs Jahren. "Daran sieht man eindeutig, dass Handel und Verarbeiter sich ihren Teil sichern und den Bauern den schwarzen Peter zuschieben", sagt Wutscher. Er fordert: "Die Milchkonzerne sollen ihre Kalkulationen offen legen."

Quelle: Kleine Zeitung

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Aktualisiert am: 22.08.2007 17:27
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