Leben ohne schlechtes Gewissen

Eine junge, mutige Bäuerin schildert ihre Situation auf dem Hof und wie sie mit Hilfe von außen einen Weg zur Bewältigung der Generationsprobleme gefunden hat.

Wo Zusammenleben gelingt, gibt es nur Gewinner und die Tür zu einem klärenden Gespräch bleibt immer offen.
Wo Zusammenleben gelingt, gibt es nur Gewinner und die Tür zu einem klärenden Gespräch bleibt immer offen.
Vor 6 Jahren habe ich in eine Landwirtschaft mit Milchviehhaltung, die bis zur Übernahme im heurigen Jahr im Vollerwerb geführt wurde, eingeheiratet. Mein Mann ging nach der Fachschule eigentlich immer arbeiten und ich arbeitete ebenfalls bis zur Geburt der 2 Kinder auswärts. Die Schwiegereltern führten die Landwirtschaft, und mein Mann half die letzten 10 Jahre sehr viel mit – Laufstallbau und Betriebsentwicklung wurden von ihm gemeinsam mit seinen Eltern durchgeführt. Betrieblich lief und läuft alles bestens, aber ich bin das 5. Rad am Wagen.

Damit sich auch wirklich etwas ändert, setzten wir uns mit den Schwiegereltern an einen Tisch, um über diverse Punkte zu reden. Folgende Punkte gingen wir mit den Eltern durch: Mitarbeit im Betrieb, Stallgehen, außerlandwirtschaflicher Erwerb, Urlaub, Freizeit, Sparen, Geld, Garten, Ackergemüse, Kochen, Einkaufen, Putzen, Kinderbetreuung und Kindererziehung, Empfangen von Gästen, Kirche und Glaube, Privatgrenze und Privaträumlichkeiten. Das Gespräch dauerte einige Stunden, die Emotionen gingen immer wieder hoch, aber es wurde sehr viel ausgeredet, gegenseitiges Verständnis geschaffen und Missverständnisse wurden beseitigt. Insgesamt war es befreiend! Es wurde gegenseitig auch Vorgefallenes verziehen.

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Aktualisiert am: 27.06.2003 10:49
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