Laurinsäure in der Ferkelfütterung

Futtersäuren dürfen mittlerweile in keiner Futterration für Ferkel mehr
fehlen. Ein Versuch an der Lehr- und Versuchsanstalt im bayrischen
Schwarzenau zeigt, wie sich der Einsatz von Laurinsäure auf die Leistung
der Ferkel auswirkt. Bei einer Zugabe on top hat sich dabei der
Futterverbrauch verringert.
Säuren können den Futteraufwand reduzieren. (Foto: Archiv)
Säuren können den Futteraufwand reduzieren. (Foto: Archiv)
Im Versuch wurde ausgetestet, ob der alleinige Einsatz von Laurinsäure oder eine Kombination von Laurin- und Fumarsäure im Ferkelfutter bessere Leistungen ermöglicht. Der Ersatz von 1 % Fumarsäure durch 0,4 bzw. 0,1 % eines Gemisches von Mono- und Diglyceriden der Laurinsäure hat im Versuch nicht überzeugt. Sowohl die täglichen Zunahmen als auch der Futterverbrauch sanken statistisch abgesichert ab. Nur der Futteraufwand war leicht verbessert. Beim Einsatz des Gemisches von Mono- und Diglyceriden der Laurinsäure on top zu Rationen, die mit Fumarsäure abgesichert waren, hat sich bei gleicher Leistung der Futterverbrauch verbessert. Dies führte zu einem deutlich günstigeren Futteraufwand. Eine ähnliche Wirkung zeigte auch die on-top-Zulage von Mono-, Di- und Triglyceriden der Laurinsäure zusammen mit dem phytogenen Futterzusatzstoff Sangrovit. Ein Effekt auf den Tierarzneimitteleinsatz und die Tierverluste durch die Zulage der Gemische war in allen vier Durchgängen kaum zu erkennen.

Säuren sind Standard
Futtersäuren sind Standard im Ferkelfutter (Foto: Archiv)
Futtersäuren sind Standard im Ferkelfutter (Foto: Archiv)
Organische Säuren und Säuregemische sowie deren Salze werden seit längerer Zeit in der Schweinefütterung zur Absenkung des pH-Wertes und der Pufferkapazität des Futters genutzt. Ziel ist, eine optimale enzymatische Magenverdauung, insbesondere des Proteins, zu erreichen. Einige der verwendeten Säuren stabilisieren darüber hinaus durch ihre bioziden Eigenschaften die Darmflora, indem sie unerwünschte Darmkeime in ihrer Entwicklung hemmen und so die Tiergesundheit fördern. Schon vor der Verfütterung sorgen die meisten Säuren für die Konservierung der Mischfutter im Vorrats- bzw. Anmischbehälter, in den Verteil- oder Ausdosierleitungen und im Trog. Besonders gute Wirkung zeigten Ameisensäure, Milchsäure, Sorbinsäure sowie Fumarsäure, Zitronensäure und Apfelsäure. Seit geraumer Zeit wird auch der Einsatz der Laurinsäure, einer mittelkettigen Fettsäure mit 12 C-Atomen propagiert. Diese wird nicht als freie Fettsäure, sondern gebunden an Glycerin als Gemisch aus Mono- und Diglyceriden im Handel angeboten. Besonders dem Monoglycerid der Laurinsäure, dem Monolaurin, werden antibakterielle und antivirale Wirkungen zugeschrieben. Es ist geruchsneutral, nicht korrosiv und verändert den pH-Wert des Futters nicht. Somit werden Geschmacksbeeinträchtigungen des Futters auch bei hohen Dosierungen vermieden. Darüber hinaus ist es bei verschiedenen pH-Werten stabil, wirkt also unter verschiedensten Milieubedingungen im Körper. In der Praxis wird der Einsatz von Monolaurin besonders bei Problemen mit Streptokokken diskutiert, um den Aufwand an Tierarzneimitteln zu reduzieren. In der Praxis wird Monolaurin auch zusammen mit phytogenen Substanzen eingesetzt.

Den Artikel von Wolfgang Preissinger, Günther Propstmeier und Simone Scherb in voller Länge und mit detaillierten Versuchsergebnissen finden sie in der LANDWIRT Ausgabe 10/2018 Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 10/2018 (solange der Vorrat reicht)


Aktualisiert am: 04.05.2018 08:17