Lassowerfen für Mutterkuh-Halter

Im Rahmen der Mutterkuhhaltung stehen viele Betriebe immer wieder vor dem Problem, dass die Jungtiere aufgrund der Alm- und Weidehaltung etwas scheu auf Menschen reagieren. Die Biokontrollstelle SLK bot einen Lassowerfkurs an.
Das Einkreuzen von Fleischrassen wie z.B. Limousin verstärkt das Problem der Scheuheit
zusätzlich. Die Tiere lassen den Landwirt oft nur mehr zwei bis drei Meter an sich herankommen. Ein Einfangen auf der Weide für eine Behandlung oder das Nachziehen von Ohrmarken ist ohne die Mithilfe von mehreren Personen oder Fangzäunen oft nicht mehr machbar.

Da viele Mutterkuhhalter ihre Betriebe nach biologischen Richtlinien führen, hat die Biokontrollstelle SLK diese Thematik aufgegriffen und einen Lassowerfkurs für Mutterkuhhalter angeboten. 20 Landwirte nutzen das Angebot und nahmen am 30. September in Kuchl bei Salzburg an einem eintägigen Grundkurs teil.

Das Lassowerfen war in Österreich bisher eigentlich nur als Sport bei Westernreitern verbreitet. Wie sich nun zeigt, ist das sogenannten Ranch Roping auch in der Praxis einsetzbar.

Beim Ranch Roping gibt es eine Vielzahl an Wurfmöglichkeiten, diese richten sich nach dem Standort des Werfers zur Position des zu fangenden Tieres. Im Rahmen dieses Kurses wurden drei Grundwürfe eingeübt: das Tier bewegt sich gerade auf den Werfer zu oder weg, das Tier kommt von links, das Tier kommt von rechts. Ebenso wurde eine Technik eingeübt um die Hinterbeine des Tieres einzufangen.

Am Ende des Tages konnten die Kunststofftiere, auf welche geübt wurde, auf Distanzen von 3 bis 6 Metern erfolgreich eingefangen werden.

Rückmeldungen zeigen, dass der Einsatz des Lassos bereits erste Früchte zeigt. Auch ohne Wurfkenntnisse bringt das Lasso Erleichterungen, aufgrund seiner Steifheit bleibt die Seilschlinge offen und erleichtert somit das Einfangen der Tiere.


Aktualisiert am: 18.10.2006 14:00
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