Lassen sich Mykotoxine in Futtermitteln deaktivieren?

Die Diskussion über Mykotoxine in Futtermitteln ist ein brisantes Thema. Bisher sind ca. 300 verschiedene Mykotoxine bekannt, welche etwa 25 Strukturtypen zugeordnet werden können.
Bei der Ernte kann das Getreide bereits mit Mykotoxinen belastet sein.
Bei der Ernte kann das Getreide bereits mit Mykotoxinen belastet sein.
Mykotoxine (Pilzgifte) sind sekundäre Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen. Sie zeigen giftige Wirkungen bei Mensch und Tier, sind Verursacher von Mykotoxikosen (Pilzvergiftungen) und können akut sowie chronisch toxisch sein. Die Ursache der Mykotoxinbildung im Stoffwechsel der Pilze ist noch nicht geklärt, könnte aber eine Kontrollfunktion im Stoffwechsel haben.

In Österreich (im Gegensatz zB zu skandinavischen Ländern) tritt die Mykotoxinproblematik am Feld auf. Besonders betroffen sind Getreide (Weizen, Durum, Triticale, Hafer) und Mais, welche hauptsächlich durch den Befall mit den Feldpilzen der Gattung Fusarium mit Mykotoxinen kontaminiert werden.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Mykotoxine sehr stabile Verbindungen sind und nur wenige und beschränkt wirksame Möglichkeiten der Deaktivierung zur Verfügung stehen. Oberstes Ziel muss daher die Vermeidung, durch den Einsatz geeigneter Präventivmaßnahmen, sein. Derzeit liegt in der EU keine Zulassung für einen Mykotoxindeaktivator vor. In Österreich ist eine derartige Auslobung von Futtermitteln nur nach wissenschaftlichen Versuchen, welche eine toxindeaktivierende Wirksamkeit bestätigen, gestattet. Alle in der Zusammensetzung befindlichen Stoffe müssen zugelassen sein und „gesundheitsbezogene“ Aussagen sind laut Futtermittelrecht unzulässig.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ages.at

Autoren: DI Thomas KICKINGER und Dr. Richard ÖHLINGER, AGES


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Aktualisiert am: 23.10.2006 11:44
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