Landwirtschaftskammer Niederösterreich: Vollversammlung

Vollversammlung der LK NÖ: Ordentliche finanzielle Ausstattung der GAP muss sichergestellt sein.
v.l.: Kammerdirektor Franz Raab, Vizepräsidentin Theresia Meier, LK NÖ Präsident Hermann Schultes, Land NÖ Susanne Gyenge, Landesbäuerin Maria Winter, Vizepräsident Josef Pleil.
v.l.: Kammerdirektor Franz Raab, Vizepräsidentin Theresia Meier, LK NÖ Präsident Hermann Schultes, Land NÖ Susanne Gyenge, Landesbäuerin Maria Winter, Vizepräsident Josef Pleil.
Klare Worte fand Präsident Hermann Schultes bei der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer NÖ: „Unsere Agrarpolitik ist europäisch. Nur gemeinsam mit Bauern aus anderen Ländern können wir die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Bioenergie zur Erreichung der Klimaziele, Landschaftspflege und Umweltschutz sicherstellen. Eine ausreichende finanzielle Ausstattung in Säule 1 und 2 der GAP und eine möglichst einfache Abwicklung sind dafür notwendig. Das sehen wir noch nicht“. In der Frage der Tierhaltungsverordnung bei Schweinen pochte Schultes auf eine sachliche Diskussion und um eine schnelle Einigung. Dabei ginge es neben den Schutz von Tieren vor allem auch um den Schutz von Menschen.

Die geplanten Veränderungen in der 1. Säule der GAP würden nach derzeitigem Stand eine deutliche Reduktion der Prämien zur Folge haben. Zusätzliche Belastungen wie Greening und Flächenstillegung und die Vermischung von Maßnahmen aus beiden Säulen machen das System komplizierter und bisher gut laufende freiwillige Maßnahmen wie ÖPUL und GLÖZ werden ausgehöhlt. Das wird klar abgelehnt. Auf der anderen Seite sei ein gut geplantes Zusammenwirken von Säule 1 und 2 in einem Paket der Agrarpolitik gut und richtig. „Die Vorschläge der EU geben uns die Möglichkeit die Region Niederösterreich stärker und gesamtheitlicher einzubringen. Die Landwirtschaft wird hier ihren Beitrag leisten“, so der LK Präsident.


Tierhaltungsverordnung – sachliche Diskussion mit den richtigen Zuständigkeiten
Der laufenden politischen Verunsicherung durch militante Aktivisten, die zuletzt in der Blockade der Landwirtschaftskammer NÖ gipfelte, ist entgegenzuwirken. „Das Spektakel ist der fruchtbare Boden auf dem Spenden wachsen und ein Vorwand, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die wirklichen Tierschützer und Experten sind die Bauern. Konsumenten und Bauern brauchen Lösungen und keinen Aktivismus ohne Angebot. Das geht nur zwischen Landwirtschafts- und Gesundheitsminister wo das Thema und die Kompetenz angesiedelt sind“, zeigt Hermann Schultes auf. Die Vollversammlung fordert daher eine praktikable Lösung, um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Schweinhaltung zu erhalten.


EU-Käfighaltungsverbot bei Legehennen – Verbringungsverbot für Käfigeier
Der nach wie vor geltenden Praxis, Eier aus Käfighaltung, vor allem im Gastronomie- und Verarbeitungsbereich einzuführen, muss entgegengewirkt werden. Das führt zu einem Preisverfall bei gleichzeitig steigenden Erzeugerkosten. „Die EU mutet uns viel zu. Daher fordern wir auch, dass selbst aufgestellte Regeln eingehalten werden. Ein Monat vor dem in Kraft treten des EU-weiten Haltungsverbotes von Legehennen in konventionellen Käfigsystemen stehen immer noch 100 Mio. Hennen in solchen Systemen und überschwemmen mit den Eiern unseren Markt. Wir fordern daher den zuständigen Bundeminister Stöger auf, ein Verbringungsverbot für ab 2012 verbotene konventionelle Käfigeier aus anderen Staaten sicherzustellen“, so Hermann Schultes abschließend.
Über die Vollversammlung der Landes-Landwirtschaftskammer

Die Vollversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium der Landwirtschaftskammer. Sie besteht aus 40 Mitgliedern, den Landeskammerräten. Ihre Zusammensetzung wurde bei der LK-Wahl am 28. Februar 2010 neu bestimmt.


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Aktualisiert am: 06.12.2011 09:58
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