„Landwirte“ helfen – im Südsudan

Der Sudan kommt nicht zur Ruhe – wenn man den Medien glaubt. Die Unruheprovinz an der Grenze zum Tschad kennt jeder. Doch ganz im Süden fängt das Land zu blühen an – auch dank der „Landwirt“-Leser.
Das Land ist fruchtbar, die Infrastruktur ist im Aufbau, die Landwirtschaft bietet noch viele Entwicklungsmöglichkeiten.
Das Land ist fruchtbar, die Infrastruktur ist im Aufbau, die Landwirtschaft bietet noch viele Entwicklungsmöglichkeiten.
„Ein kleines Wirtschaftswunder im Sudan“ hieß ein Beitrag im „Fortschrittlichen Landwirt“ im September letzten Jahres. Das darin angegebene Spendenkonto erfreute sich reger finanzieller Zuflüsse, die in Lomin einen weiteren Entwicklungsschub ausgelöst haben. Allen Lesern an dieser Stelle ein herzliches Danke!

Neues Projekt: Weben
Br. Erich Fischnaller, Combonimissionar, baut seit 4 Jahren eine Tischlerei, Ziegelei und Schweißerei auf. Er arbeitet sehr erfolgreich und kann dadurch ca. 75 Familien Einkommen ermöglichen. Bei ihm arbeiten hauptsächlich Männer.
Beim Besuch im November äußerten die Frauen den Wunsch, auch für sie etwas aufzubauen, damit sie ebenfalls Einkommensmöglichkeiten bekommen. Durch dieses Projekt können Baumwollstoffe selbst hergestellt werden, aus denen dann wieder die dem Land entsprechende Bekleidung und anderes genäht werden kann. Baumwolle ist eines der landwirtschaftlichen Hauptprodukte des Sudan, die Versorgung mit Rohstoffen ist daher gesichert.
Derzeit gibt es niemanden, der die Technik des Webens beherrscht, daher ist die Region im Textilbereich noch auf Importe angewiesen. Das Webprojekt beeinhaltet daher in erster Linie den Aufbau einer Webschule im Südsudan. Diese Schule lässt sich gut in das bereits bestehende Handwerkszentrum eingliedern. Für den Aufbau dieses Ausbildungszentrums für Handweberei werden ca. € 30.000,- benötigt. Die Ausbildung einer Frau zur Weberin kostet ca. 300 €.
Es steht schon eine Gruppe von Webern bereit, die ab Herbst 2008 abwechselnd die Ausbildung in Lomin übernehmen. Das Gebäude und die Webstühle werden bereits gebaut. Es gibt Nähmaschinen und einen Schneider, der die Frauen im Nähen unterrichtet.

Basis Landwirtschaft
Mit der Weberei und Schneiderei wird eine gute Basis für die regionale Wertschöpfung geschaffen. In diesen Kreislauf wird auch die regionale Landwirtschaft integriert. Das Land Niederösterreich wird sich am Aufbau einer kompetenten landwirtschaftlichen Ausbildung in der Region im Rahmen des Projektes beteiligen. Durch die Rückführungen aus den Flüchtlingslagern steigt der Bedarf an Nahrungsmitteln. Die Baumwolle für das Webprojekt muss noch aus dem Norden herangeschafft werden, der Baumwollanbau vor Ort kam noch nicht in Schwung – die Flächen werden für die Ernährung benötigt, die Landwirtschaft bietet noch großes Intensivierungspotenzial.

Die Chancen für einen stabilen wirtschaftlichen Aufschwung auf der Basis von Ausbildung, Landwirtschaft, Handwerk und regionalen Ressourcen in Lomin im Distrikt Kajo Keji im Südsudan stehen – auch dank Ihnen, liebe Leser – gut!

Autor: Dr. Rudolf HÖNLE, Graz


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Aktualisiert am: 10.06.2008 11:22
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