Landwirt-Test: Einkreiselschwader – Viel Technik für saubere Schwade

„Der fortschrittliche Landwirt“, die HBLFA Raumberg-Gumpenstein, die SVB und die AUVA haben neu Einkreiselschwader getestet. Alle Testkandidaten mussten ihre Eignung sowohl bei der Heu-, als auch bei der Silageernte unter Beweis stellen. Viele kleine und auch größere Schwächen wurden vom Testteam aufgedeckt.
Die Geräte wurden von den Herstellern auf Grund unserer betrieblichen Vorgaben und Beurteilungskriterien ausgewählt.
Die Geräte wurden von den Herstellern auf Grund unserer betrieblichen Vorgaben und Beurteilungskriterien ausgewählt.
Die einzelnen Fabrikate der von uns getesteten Schwader unterscheiden sich in ihrer Arbeitsweise nur geringfügig. Eine Ausnahme ist der Fella-Schwader, der den Schwad auf der rechten Seite ablegt. Besonderheiten gibt es aber bei der Bedienung und dem Umbau von der Arbeits- in die Transportstellung. Auch im Gewicht, in der Getriebe- und Kurvenbahnausführung sowie deren Reparatur- und Wartungsfreundlichkeit gibt es Differenzen.

Anbau und Gewicht
Der Anbau an das Dreipunktgestänge eines Traktors gestaltet sich bei Schwadern im Gegensatz zu vielen anderen Maschinen wegen des geringen Gerätegewichtes und des ausreichenden Freiraumes zwischen Traktor und Gerät einfach. Alle Testkandidaten waren zwecks verbesserter Bodenanpassung mit einem Tastrad ausgestattet. Mit Ausnahme des Schwaders von Deutz-Fahr lassen sich alle Stützräder werkzeuglos in der Höhe mittels Bolzen verstellen. Für die traktorunabhängige Geräteführung in Arbeitsstellung kommen Kettenoberlenker (JF-Stoll, Pöttinger, Sip und Ziegler), spezielle Teleskopoberlenker mit Langlöchern wie im Fall Kuhn oder der Standardoberlenker des Traktors mit einem Langloch im Anbauturm des Schwaders zum Einsatz.

Das bedeutendste Kriterium beim Hangeinsatz ist das Gewicht und die Vorderachsentlastung des Traktors. Der Leichteste im Feld war der Fella-Schwader mit 480 kg, der mit großem Abstand Schwerste Ziegler mit 735 kg Einsatzgewicht. Dass das Gewicht nicht isoliert betrachtet werden darf, zeigt das Beispiel Krone. Er ist zwar der Zweitschwerste, liegt aber bei der Traktorvorderachsentlastung dicht an der Spitze. Am wenigsten entlastet der JF-Stoll-Schwader die Vorderachse. Ziegler erreicht mit 25,3 % zwar den vom Gesetzgeber geforderten Wert für die Lenkfähigkeit auf der Straße, lässt sich am Hang aber nicht mehr vernünftig fahren.

Fazit: Einstellung bestimmt Qualität
Alle Testkandidaten haben die technischen Voraussetzungen für eine saubere Futterernte. Es liegt am Einstellungsgeschick und an der Erfahrung des Fahrers diese in vollem Umfang zu nutzen. Im Bedienungskomfort gibt es große Differenzen zwischen den einzelnen Fabrikaten. Das Gewicht und die Vorderachsentlastung bestimmen die Größe des Traktors und die Hangtauglichkeit. Obwohl die Maschinen eine ganze Saison im Einsatz waren, können keine Aussagen über das Verschleißverhalten getroffen werden. Beim Ausbau einzelner Zinkenträger stellte das Testteam große Unterschiede bei der Reparaturfreundlichkeit fest. Große Unterschiede gibt es auch beim Zeitaufwand für Wartung und die Umrüstung von Arbeits- in Transportstellung. Geräte verschiedener Hersteller können nur mit dem Kreiseldurchmesser verglichen werden, da es keine genormte Angabe der Arbeitsbreite gibt.

Autoren: Ing. Johannes PAAR (Bad Blumau), Reinhard HUBER und DI Alfred PÖLLINGER (HBLFA Raumberg-Gumpenstein)


Aktualisiert am: 08.03.2007 18:07
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