Landtechnikhersteller bündeln ihre Kräfte

Unternehmen wachsen wenn sie ständig in Bewegung bleiben, wenn sie sich rechtzeitig den veränderten Märkten, Kundenansprüchen und Käufergewohnheiten anpassen, wenn sie ständig neue Systeme und neue Technologien nutzen, und wenn sie selbst zu den Innovatoren gehören, welche die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen vorantreiben. Und Unternehmen müssen weichen, wenn sie den Entwicklungen mehr und mehr hinterherlaufen. So überträgt sich das Gesetz der biologischen Evolution auf die Evolution von Unternehmungen aller Art und vor allem auf die Unternehmen in einer freien Marktwirtschaft.
Der Verkauf von GSI an AGCO ist die größte Übernahme eines Agrartechnikunternehmens der letzten Jahre.
Der Verkauf von GSI an AGCO ist die größte Übernahme eines Agrartechnikunternehmens der letzten Jahre.
Zwei Quellen des Wachstums
Das Wachstum von Wirtschaftsunternehmen speist sich in der Regel aus zwei Quellen: Die erste und beständigste Quelle ist das sogenannte „interne Wachstum“ – aus eigener Kraft, aus eigenem Können, aus eigenem Erfindergeist und aus einer eigenen Unternehmenskultur heraus. Die zweite Quelle des Wachstums ist die Kräftebündelung durch Kooperationen, Allianzen, Beteiligungen, Fusionen und Unternehmensübernahmen (Mergers&Acquisitions = M&A).

Die Kverneland-Gruppe, jetzt unter dem Dach von Kubota, nutzt auch weiterhin Kooperationen und strategische Akquisitionen zur Erweiterung des Landtechnik-Portfolios.
Die Kverneland-Gruppe, jetzt unter dem Dach von Kubota, nutzt auch weiterhin Kooperationen und strategische Akquisitionen zur Erweiterung des Landtechnik-Portfolios.
Zwei Jahrzehnte starker Konsolidierung
Die Welle der Konsolidierung transnationaler Hersteller von Traktoren und großer Erntetechnik seit Beginn der 1990er-Jahre endete 2003 und brachte sechs große westliche Longliner hervor: Neben Weltmarktführer John Deere formierten sich zu neuen „Longline“-Anbietern: Case IH und New Holland zu CNH (2000), AGCO (1991), Claas (2003), SDF (1997) und ARGO (2001–2011). Allerdings drifteten die Umsatzgrößen dieser Gruppen im Verlauf dieser Zeitspanne immer stärker auseinander. ARGO verabschiedete sich 2011 ganz aus dem Kreis der „Longliner“, verkaufte das Erntetechnikwerk an AGCO. Seither fokussiert sich die Gruppe auf seine ursprüngliche Kernkompetenz bei Traktoren mit den Marken Landini, McCormick und Valpadana. Im Bereich der mittelständischen, spezialisierten Gerätehersteller in Europa hat es gleichfalls beachtliche Konsolidierungsbewegungen gegeben. Aktuell gibt es noch zehn große Gerätespezialisten für den Pflanzenbau, die zusammen mehr als zwei Drittel des Marktes bedienen. Bei der Grünfutterernte gibt es noch sieben spezialisierte Mittelständler mit Jahresumsätzen zwischen 50 und 500 Mio. Euro mit marktführenden Positionen in den europäischen Ländern. Übernahmen und Zusammenschlüsse sind auch hier keine Seltenheit.

Details zu allen Fusionen und Übernahmen in der Landtechnikbranche 2012 erfahren Sie in der Ausgabe 07/2013 unserer Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“.


Aktualisiert am: 23.03.2013 22:53
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