Landtechnik: Unternehmenswachstum führender Hersteller

Bisher war das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts von Branchen-Konsolidierung und enormen Wachstum führender Unternehmen der Landtechnik geprägt. Der Rekord des starken Umsatzwachstums wurde im Jahr 2008 erreicht.
John Deere konnte mit einem breit und tief gestaffelten Longliner-Angebot seine Weltmarktführerschaft auch in 2008 ausbauen.
John Deere konnte mit einem breit und tief gestaffelten Longliner-Angebot seine Weltmarktführerschaft auch in 2008 ausbauen.
Umsatzgröße allein sagt nichts über die Qualität eines Unternehmens aus – das lässt sich vor allem in der derzeitig konjunkturschwachen Krisenzeit am Niedergang vieler Unternehmen ablesen – an großen Banken, an General Motors, Porsche und vielen anderen Größen der Automobilbranche. In der ein oder anderen Form haben solche Größen irgendwann begonnen ihre Kernkompetenz zu vernachlässigen, am Markt vorbei zu produzieren, haben ihre Innovationskraft verloren oder haben sich in spekulativen Geschäften oder in Unternehmensübernahmen verzettelt. Positives Umsatzwachstum von kleinen, mittleren oder großen Unternehmen, ist das Ergebnis von nachhaltigem Wirtschaften, von Innovationskraft und neuen Problemlösungen, von breiter Teilhabe der Mitarbeiter an der Unternehmensentwicklung, und von vernetztem Handeln im unternehmerischen Umfeld. Diejenigen Unternehmen der Landtechnikbranche die aufgrund ihrer stetigen Veränderungsbereitschaft mit ihren Produkten und ihrer Organisation auf der Höhe der Zeit waren, konnten vor allem ab Mitte des Jahrzehnts vom Marktaufschwung profitieren, überproportional wachsen, ihr Eigenkapital mehren und die Rendite auf ihr investiertes Kapital vergrößern. Diese Unternehmen haben nun die bessere Chance, auch in rückläufigen Märkten ihre Produkte und ihre Organisation weiter zu entwickeln und weiter gestärkt in die nächste Aufschwungphase hinein zu gehen.

Ausblick
Nachdem die Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise im 1. Halbjahr 2009 die Agrarwirtschaft und somit auch die Landmaschinenbranche erreicht haben, stellen sich die Hersteller auf rückläufige Umsätze und Gewinne in 2009 ein. Angesichts der in den letzten Jahren stark erweiterten Produktionskapazitäten kämpft die Mehrzahl der Unternehmen für eine Rückzuglinie, die möglichst immer noch oberhalb der Umsatzgröße des guten Wachstumsjahres 2007 liegen soll. Hilfreich bei dieser Umsatz-Konsolidierung ist die Möglichkeit, den notwendigen Personalabbau zunächst über die relativ große Zahl von Zeitarbeitskräften und – in Deutschland – über die staatlich bezuschusste Kurzarbeit bewältigen zu können. Darüber hinaus werden die Jahre ab 2009 verstärkt durch Kooperationen, neue Allianzen und Übernahmen schwächerer Unternehmen auch in der Landtechnik geprägt sein. Unternehmen die in den kräftigen Boomjahren ihr Eigenkapital stärken und dynamisches Wachstum durch nachhaltige Strategien erreichen konnten, dürften auch in der Landtechnik gestärkt aus der Krise hervor gehen.

Autor: DI Wolfgang KUTSCHENREITER, Agrartechnik Strategiepartner aus Gailingen/Hochrhein (D)


Aktualisiert am: 21.10.2009 14:32
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