Landjugend spricht vor EU-Agrarministern

Von 28. bis 30. Mai 2006 findet der informelle Rat der EU-Agrarminister in Krems statt. Die österreichische Präsidentschaft konfrontiert die Vertreter der Mitgliedstaaten mit Schlüsselfragen zu den Kernbereichen Bildung, Beratung, Forschung und Innovation. Als Vertreter der jungen Generation ist die Landjugend geladen und agiert als Wortführerin der Jugend in den Bereichen Bildung und Beratung.
Der amtierende EU-Ratsvorsitzende, Österreichs Landwirtschaftsminister Josef Pröll (Mitte), der niederländische Landwirtschaftsminister Cees Veerman (links) und Elisabeth Köstinger, Bundesleiterin der Landjugend, in Ziersdorf. Credit: Lebensministerium/Hopi-Media/Bernhard J.Holzner.
Der amtierende EU-Ratsvorsitzende, Österreichs Landwirtschaftsminister Josef Pröll (Mitte), der niederländische Landwirtschaftsminister Cees Veerman (links) und Elisabeth Köstinger, Bundesleiterin der Landjugend, in Ziersdorf. Credit: Lebensministerium/Hopi-Media/Bernhard J.Holzner.
"90% der Fläche der Europäischen Union sind ländlicher Raum, ganze 57% der Bevölkerung leben hier – und immer noch sind wir hinsichtlich Ausbildungsmöglichkeiten gegenüber dem städtischen Bereich stark benachteiligt“, gibt Elisabeth Köstinger, Bundesleiterin der Landjugend zu bedenken. Sie fungiert beim EU-Rat der Landwirtschaftsminister als Sprecherin der Jugend in der Arbeitsgruppe Bildung: „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen gerade Junglandwirte in der eigenen Umgebung ein bedarfsorientiertes Bildungsangebot, um möglichst früh und gezielt fachliche und auch unternehmerische Kompetenzen zu erlangen. Und zur Motivation, die zur Verfügung stehenden Bildungsangebote besser zu nutzen, braucht es eine angemessene finanzielle Förderung, wie etwa im Rahmen der Investitionsförderung.“

Landjugend: Strategien gegen „Bildungslücke“ im ländlichen Raum
Die „Bildungslücke“ im ländlichen Raum ist der Landjugend schon lange ein Dorn im Auge: „Wir möchten Europas Agrarministern zeigen, wie wir Jugendorganisationen aktiv den Bildungsprozess im ländlichen Raum mitgestalten können – auch als Anreiz für die Jugendorganisationen in ihren eigenen Ländern.“ Die Landjugend bietet ihren Mitgliedern seit Jahren ein selbst betreutes Bildungsangebot: Internationale Praktika für Junglandwirte stehen dabei ebenso auf dem Programm, wie Seminare zur persönlichen Weiterentwicklung oder ein EU-zertifizierter Lehrgang („aufZAQ“) im jugendpädagogischen Bereich. „Die stärkere Vernetzung von Bildungseinrichtungen und Jugendorganisationen, und die offizielle Anerkennung von außerschulischen Bildungsangeboten, wie sie die Landjugend bietet, sind unsere konkreten Lösungsvorschläge an die Politiker, wenn es um die Professionalisierung des ländlichen Raumes geht“, so Köstinger.

Coachings und Spezialberatung für ein erfolgreiches Bauerntum in Europa
Alexander Woertz, Vorsitzender des „Bundesagrarkreises“ und ebenfalls im Vorstandsteam der Landjugend, wird am 30. Mai bei der offiziellen Arbeitssitzung der Minister in der Donau-Uni Krems über die notwendige Forcierung von Spezialberatungen für Junglandwirte referieren. „Innovationen und die Erschließung neuer Geschäftsfelder sind das Um und Auf für eine aussichtsreiche Zukunft in der Landwirtschaft. Nur - woher sollen wir Junglandwirte die Sicherheit nehmen, ob das Neue auch Chancen hat? Was wir brauchen, sind einerseits eine gute, moderne Ausbildung und andererseits individuelle Coachings und bedarfsorientierte Spezialberatungen.“ Woertz ist Hofübernehmer eines Milchwirtschaftsbetriebes in Tirol und beruflich als Bilanzbuchhalter tätig: „Ich bin der Meinung, dass auch außerlandwirtschaftliches Einkommen ein gangbarer Weg für viele junge Bäuerinnen und Bauern sind, um erfolgreich wirtschaften zu können. Auch hier bedarf es spezieller Beratungsangebote, etwa im Bereich einer optimalen Einkommenskombination.“

„Europas Landwirtschaft kann es schaffen …“
Junglandwirte müssen heutzutage fachlich top sein, innovativ, mutig und auch betriebswirtschaftliches Know How mitnehmen. „Mit lebenslanger Weiterbildung und moderner, bedarfsorientierter Beratung kann es die Europäische Landwirtschaft schaffen“, sind Köstinger und Woertz überzeugt. „Nun ist die EU-Politik gefordert, die richtigen Entscheidungen zu treffen, und den Bildungs- und Beratungsprozess durch gezielte Maßnahmen für nachfolgende Generationen in die Wege zu leiten. Dass die Jugend beim Agrarministerrat in Krems angehört wurde, bedeutet für uns einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung.“

Die offiziellen Statements der Landjugend vor den EU-Agrarministern lesen Sie im Wortlaut unter www.landjugend.at


Aktualisiert am: 19.06.2006 08:56
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