Landesfachtag für Mutterkuhhaltung in Oberösterreich

Zu Jahresbeginn nutzten viele oberösterreichische Mutterkuhhalter in Sattledt und Neumarkt die Weiterbildungstage zum Informationsaustausch.
Zahlreiche Mitglieder der oberösterreichischen Mutterkuharbeitskreise wurden beim Landestag 2011 mit einer Hoftafel ausgezeichnet.
Zahlreiche Mitglieder der oberösterreichischen Mutterkuharbeitskreise wurden beim Landestag 2011 mit einer Hoftafel ausgezeichnet.
Einhellig forderten LK- Präsident ÖR Hannes Herndl in Neumarkt und Vizepräsident ÖR Ing. Franz Reisecker in Sattledt, „dass der Erhalt und die gesetzliche Absicherung des Einheitswert- und Pauschalierungssystems gerade für die Futterbaubetriebe von zentraler Bedeutung ist, denn dieses System leistet einen zentralen Beitrag zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit unserer im EU-Vergleich kleinstrukturierten Mutterkuhproduktion!“
Die Rentabilität ist stark abhängig vom jeweiligen Betrieb. Am Tag der Mutterkuhhaltung 2011 wurden daher folgende Schwerpunkte gesetzt:

Kälbergesundheit
Das Maß für die Wirtschaftlichkeit in der Mutterkuhhaltung ist ein verkauftes oder abgesetztes Kalb pro Mutterkuh und Jahr. Damit ein gut entwickeltes Kalb verkauft oder abgesetzt werden kann, sind viele Faktoren ausschlaggebend. „Um Kälberausfälle zu vermeiden, ist bereits in der Trockenstehzeit darauf zu achten, dass die Kühe nicht verfetten. Im Normalfall sollte eine Mutterkuh ohne Hilfe abkalben. Die Geburt sollte jedenfalls genau beobachtet werden,“ dies betonte Tierarzt Mag. Reinhold Reiter in seinen Ausführungen.„Kälber werden ohne Schutzstoffe (Antikörper) geboren. Deshalb müssen sie schon in den ersten zwei Lebensstunden mit zwei Liter Biestmilch versorgt werden, weil die Antikörper in der Milch sehr schnell abnehmen,“ bekräftige Reiter abschließend.

Arbeitskreis Mutterkuh
„Gemeinsam erfolgreich“ ist der Titel der Arbeitskreise Mutterkuh. Für die aktive Mitgliedschaft im Arbeitskreis wurde am Landestag 51 Betrieben eine Hoftafel verliehen. „Durch einzelbetriebliche Aufzeichnungen und gezielte Weiterbildung der Betriebsleiter in den Arbeitskreisen kann die Wirtschaftlichkeit der Mutterkuhhaltung noch weiter gesteigert werden,“ so Arbeitskreisbetreuer Andreas Hager.

Umgang mit Rindern
Im letzten Jahr wurde ein Fragebogen zu „Umgang mit Rindern“ an 300 Mutterkuhhalter in Oberösterreich versendet. Die Ergebnisse wurden in einer Broschüre zusammengefasst und am Landestag präsentiert. Das Wissen um das Verhalten von Herden führt dazu, dass Fehler vermieden werden, die Rinder ruhiger sind und somit auch Unfälle vermeidbar sind. Es erfordert vor allem Zeitaufwand, das Verhalten der Rinder kennen zu lernen und zu verstehen. Der Umgang mit ihnen muß geübt werden, erläuterten Daniel Heindl und Britta Hofer in ihren Ausführungen

Statistik:
In Österreich gab es im Jahr 2010 insgesamt 264.547 Mutterkühe, davon 54.526 Stück und somit stückzahlenmäßig die meisten in Oberösterreich. Etwa ein Drittel der Kühe in Österreich sind Mutterkühe, wobei die Mutterkuhhaltung in den Bundesländern Oberösterreich, Steiermark und Kärnten die größte Bedeutung hat. Ein Viertel aller oberösterreichischen Kühe sind Mutterkühe, davon kommen 43 % aus dem Mühlviertel. Die durchschnittliche Mutterkuhzahl pro Betrieb liegt bei 17,8 Tieren.


Aktualisiert am: 24.01.2011 09:09
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