Lagger Rotationsgrader RG 2.5

Zur Pflege und Sanierung von Schotterstraßen hat die Firma Lagger aus Tirol einen rotierenden Grader entwickelt. Die Handhabung ist einfach, das Verfahren vergleichsweise günstig. Wir haben uns das Gerät im Einsatz angesehen.
Der Lagger Rotationsgrader ist ein Universalgerät zur Pflege und Sanierung von Schotterstraßen.
Der Lagger Rotationsgrader ist ein Universalgerät zur Pflege und Sanierung von Schotterstraßen.
Die Maschine wird an die Dreipunkthydraulik eines Traktors gekoppelt und mit der Zapfwelle angetrieben. Eine gegen die Fahrtrichtung rotierende Fräswalze lockert, mischt und verteilt die abgeschwemmten Feinteile der Schotterstraße. Die Arbeitstiefe der Walze steuert man über den Versatz zum heckseitigen Planierschild. Mit weiteren Hydraulikzylindern am Anbaubock lässt sich das Gerät seitlich ausschwenken und quer zur Fahrbahn neigen. So kann man sich, wie mit einem herkömmlichen Grader, jedem Straßenprofil anpassen.

Entwicklung aus der Praxis
Die Idee zur Entwicklung des Rotationsgraders kommt von Florian Lagger sen. In seiner Tätigkeit als Baggerfahrer für eine Baufirma befasst er sich seit 37 Jahren mit dem Bau, der Pflege und der Sanierung von Forstwegen. „Mit dem Bagger ist das sehr arbeitsintensiv. Da müsste es doch auch was Einfacheres geben. – Ein rotierendes Gerät, mit dem man das verwachsene Material aus dem Straßengraben auseinanderreißen und verteilen kann“, schildert der Tiroler seine ersten Gedanken. Zusammen mit seinen beiden Söhnen setzte er die Idee in die Praxis um. Das Ergebnis ist der Rotationsgrader RG 2.5, mit dem Florian Lagger seit Anfang Mai als Dienstleister unterwegs ist. Bei unserem Besuch haben wir uns selbst ein Bild von den Möglichkeiten gemacht. Die rotierende Arbeitsweise ermöglicht ein breites Einsatzspektrum von der Pflege bis hin zur Sanierung von Schotterstraßen.

Herzstück der Maschine ist eine gegenläufig rotierende Fräswalze, die das Material abträgt, transportiert und vermischt.
Herzstück der Maschine ist eine gegenläufig rotierende Fräswalze, die das Material abträgt, transportiert und vermischt.
Rotierende Arbeitsweise
Das Herzstück der Maschine ist die gegenläufig rotierende Walze. Sie transportiert das abgeschwemmte Material wie ein Graderschild zur Fahrbahnmitte. Das funktioniert auch dann, wenn der Straßengraben mit Gras und Erde filzig verwachsen ist. Die Walze sorgt für eine rasche Zerkleinerung und Durchmischung. Der Rotationsgrader trägt nur überschüssiges Material ab. Der Weg wird nicht unnötig aufgelockert und ist sofort nach der Sanierung mit schweren Fahrzeugen befahrbar.
Die gegenläufige Rotation bewirkt eine Sortierung: Größere Steine fliegen weiter nach vorne und werden mit feinem Material verdeckt. Sehr große Steine werden komplett aussortiert: Die rollen so lange vor der Walze her, bis sie den Arbeitsbereich seitlich verlassen.

Mit der selbst entwickelten Steuerung lässt sich das Gerät komfortabel bedienen. Der Fahrer muss sich kaum umdrehen.
Mit der selbst entwickelten Steuerung lässt sich das Gerät komfortabel bedienen. Der Fahrer muss sich kaum umdrehen.
Komfortable Steuerung
Besonders stolz ist Florian Lagger jun. auf die selbst entwickelte Steuerung. Auf einem farbigen 7 Zoll Touchscreen Monitor wird die aktuelle Winkelposition der drei verstellbaren Achsen angezeigt: Schrägstellung, Querneigung und Arbeitstiefe. Für jede Achse gibt es einen kleinen Joystick mit fünf Rasterstellungen. Jede Stellung lässt sich mit einer Position programmieren. So kann der Fahrer die Maschine ganz einfach mit wenigen Handgriffen in die gewünschte Stellung bringen. Zur Feinjustierung kann man die ausgewählte Rasterstellung jeder Achse mit einem Kreuzhebel übersteuern.

Serienreife bis 2019 geplant
Bis zum Winter möchte Florian Lagger die Maschine weiter als Dienstleister einsetzten: Einerseits als Belastungstest, andererseits um das neue Verfahren bekannt zu machen. Für die Erprobung unter verschiedenen Bedingungen werden im kommenden Jahr drei weitere Maschinen in die Praxis gehen. Mit den Erfahrungen aus diesen Einsätzen soll dann eine serienreife Maschine entstehen, die ab 2019 zum Verkauf steht.

Einen ausführlichen Bericht mit weiteren Informationen zum Lagger Rotationsgrader finden Sie im LANDWIRT 20/2017 (Erscheinungstermin, 16. Oktober 2017).

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Aktualisiert am: 13.10.2017 14:55