Lager im Getreide darf nicht sein

Auf Standorten mit regelmäßigen Niederschlägen in der Zeit des Ährenschiebens und danach gefährdet frühes Lager Erträge und Qualität. Ein hohes Stickstoffangebot wirkt sich stärker auf die Lagerneigung aus, wenn die Pflanzen schlecht mit Nährstoffen, vor allem mit Kalium, Kalzium und Kupfer versorgt sind.
Eine in lageranfälligen Sorten bzw. bei hoher N-Versorgung notwendige Nachkürzung erfolgt bei Temperaturen über 15 °C ca. 14 Tage später, etwa 3 Wochen danach, wenn die Temperaturen nach der 1. Kürzung kaum über 10 °C gestiegen sind.
Eine in lageranfälligen Sorten bzw. bei hoher N-Versorgung notwendige Nachkürzung erfolgt bei Temperaturen über 15 °C ca. 14 Tage später, etwa 3 Wochen danach, wenn die Temperaturen nach der 1. Kürzung kaum über 10 °C gestiegen sind.
In Beständen, die noch nicht bestockt aus dem Winter kamen, sollte die Einkürzung mit CCC im 5- bis 6-Blattstadium des Getreides erfolgen, sobald die Kronenwurzeln länger als 3 cm sind. Damit werden die unteren 2 bis 3 Internodien eingekürzt, gleichzeitig die Entwicklung von Haupt- und Nebentrieb synchronisiert.
Eine in lageranfälligen Sorten bzw. bei hoher N-Versorgung notwendige Nachkürzung erfolgt bei Temperaturen über 15 °C ca. 14 Tage später, etwa 3 Wochen danach, wenn die Temperaturen nach der 1. Kürzung kaum über 10 °C gestiegen sind. Wenn man den Halm der Länge nach durchschneidet, beginnt sich dann der 2. Knoten vom 1. abzuheben.
In kräftigen oder gar üppigen Beständen, die voll bestockt aus dem Winter kamen, wirkt sich die frühe CCC-Spritzung trieberhaltend aus und verhindert die rechtzeitige Reduktion der im Übermaß angelegten Nebentriebe.
In diesen Beständen, also im frühen Weizen, Roggen und vor allem in der Wintergerste, ist es dann besser, mit der Spritzung zu warten, bis sich der 2. vom 1. Knoten abhebt (EC 31/32), um dann mit Moddus solo (in sehr dichten Beständen), Moddus + CCC oder Medax Top (in weniger überzogen Beständen) das Getreide einzukürzen.
Moddus verstärkt in hohen Mengen, wenn es solo gespritzt wird, die Reduktion der Nebentriebe, festigt die unteren Internodien und kürzt die folgenden 2 bis 3 Halmabschnitte.
Die Kombination Moddus + CCC oder das Medax Top wirken weniger stark triebreduzierend. Damit eignen sie sich zur Halmstabilisierung in gut entwickelten, aber nicht überzogenen Beständen. Der Einsatz erfolgt am effektivsten, wenn der 1. Knoten sich vom Bestockungsknoten abgehoben hat (EC 31/32).

Wann muss nachgekürzt werden?
In der Wintergerste kann das Ährenknicken durch 0,15 Moddus oder 0,3 Medax Top im Fahnenblattstadium (EC 37/39) verringert werden. Zudem wird hohles Lager vermieden, das eintreten kann, wenn die oberen Halmabschnitte zu lang werden.
Mit hohem Lagerrisiko ist zu rechnen,
·wenn mehr als 500 Ähren je m² bei lageranfälligem Weizen und mehrzeiligen Wintergersten-Sorten zu erwarten sind. Ab 600 Ähren je m² steigt auch das Lagerrisiko in weniger lageranfälligen Sorten, so dass eine Nachkürzung notwendig wird.
Bei zweizeiligen Sorten nimmt das Lagerrisiko über 700 bzw. 800 Ähren je m² sprunghaft zu.
·wenn sich zudem die unteren Halmabschnitte weich anfühlen und
·die unteren 3 Knoten im Fahnenblattstadium mehr als 5 - 15 - 25 cm über dem Bestockungsknoten sitzen.
Die Nachkürzung erfolgt dann im Fahnenblattstadium, sobald die Ähren im Halm ihre endgültige Länge erreicht haben.

In der Wintergerste und in frühem Weizen können dazu auch das Moddus oder Medax Top eingesetzt werden. Im späten Weizen, aber auch im Roggen sollten Ethephonmittel gespritzt werden, und zwar um das Ährenschieben des Weizens nicht zu sehr zu verzögern und im Roggen, um Befruchtungsstörungen zu vermeiden. Das Moddus kann dazu führen, dass das Heranreifen der Staubbeutel und der Narben auseinander klaffen.

Autor: Dr. Hansgeorg SCHÖNBERGER, N.U. Agrar GmbH Schackenthal


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Aktualisiert am: 21.03.2008 11:26
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