Ländlicher Raum mit neuer Chance

Sinkende Bevölkerungszahlen, Rückgang der Kaufkraft, Überalterung, Zuwachsen der Landschaft - das sind die aktuellen Probleme. Doch auch das Potenzial ist enorm, das den Ländlichen Raum zum attraktiven Lebensraum macht. Ein neues Programm soll in der Steiermark diesem Potenzial neue Dynamik verleihen.
Fachleute warnen, dass im Jahr 2030 nur mehr ein Drittel der Menschen in ländlichen Regionen und bereits zwei Drittel im städtischen Ballungsraum leben werden. Das würde bedeuten, dass ganze Landschaftsstriche nicht mehr bewirtschaftet werden und hätte nicht nur für die Gemeinden, sondern auch für die Landwirtschaft, den Tourismus und die Wirtschaft schwerwiegende Folgen.
Die Bedrohungsfelder des ländlichen Raumes liegen in der Abwanderung von Menschen und Wirtschaftsbetrieben und dem damit verbundenen Kaufkraftverlust, der mangelnden wirtschaftlichen und kulturellen Nahversorgung, aber auch der zunehmenden Verwaldung der Landschaft (jährlich verwaldet eine Fläche von 1.700 Fußballfeldern in der Steiermark).

Neues Entwicklungsprogramm
Die meisten bisherigen Konzepte sind daran gescheitert, dass die betroffene Bevölkerung zu wenig in Entscheidungsprozesse eingebunden war. Daher hat das Lebensressort mit Landesrat Johann Seitinger an der Spitze einen nachhaltigen Akzent mit der Initiierung des „Zukunftsforums starker ländlicher Raum“ gesetzt. Rund 400 Steirerinnen und Steirer haben in zahlreichen Arbeitsgruppen die zentralen Themen der Zukunft des ländlichen Raumes diskutiert und Zukunftslösungen erarbeitet. Das daraus entstandene Manifest „Starker Ländlicher Raum“ ist ein Bekenntnis zu einer gemeinsamen aktiven Regionalpolitik, die auf die großen Fragen des ländlichen Raums Antworten sucht und findet.
Durch die initiierte Regionaloffensive werden in den nächsten Jahren im Bundesland Steiermark ca. 1 Mrd. Euro an Investitionen ausgelöst. Die Maßnahmen umfassen u.a. die Stärkung der Nahversorgung in jedem Bereich (Nahrungsmittel, Bildung, Freizeitangebote, Bildungsangebote), gesicherte Sozial- und Gesundheitsversorgung, Seniorenkonzepte, Netzwerke in den Bereichen Energie, Lebensmittel, Tourismus, Landwirtschaft und Wirtschaft, neue Konzepte für die verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Stärkung des Ehrenamtes sowie die Besserstellung kleiner Gemeinden im Rahmen des Finanzausgleichs.
Insgesamt werden durch dieses Maßnahmenbündel ca. 15.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum abgesichert.


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Aktualisiert am: 09.10.2007 14:59

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