Ländliche Entwicklung neu: Bio- und Bergbauern benachteiligt?

Der von Minister Pröll vorgestellte Grüne Pakt, der neue Maßnahmenkatalog für die Ländliche Entwicklung von 2007 bis 2013, wurde auf der Grünlandtagung in Aigen im Ennstal heiß diskutiert. Vertreter der Biobauern und der IG-Milch befürchten nach ersten Hochrechnungen Verluste für das Grünland zwischen 30 und 50 Prozent.
Entwürfe erregten Mißfallen

Chancen und Risken der Gentechnikfreiheit, diverse Themen der Tiergesundheit oder die geplanten Maßnahmen für die sogenannte Landliche Entwicklung neu wurden auf der diesjährigen Grünlandfachtagung in Aigen im Ennstal heiß diskutiert. Biobauernobmann Ing. Tomic und Mitglieder der IG- Milch hielten nebst anderen bei den Diskussionen unmißverständlich fest, dass der derzeitige Diskussionsentwurf sowohl die konventionellen als auch die biologischen Grünland- und Viehbauern massiv benachteilige. Erste Hochrechnungen ergaben Verluste im Bereich zwischen 30 und 50 %. Die Bauern bekrittelten unter anderem, dass das Prämienoptimum im derzeitigen Vorschlag bei intensiven 1,8 GVE je Hektar LN liege, wo hingegen das alte ÖPUL eher extensivere Betriebe rund um oder unter 1 GVE bestens bediente. Ebenso sei die in vielen Grünlandkreisen forcierte Weideprämie nicht im Programm enthalten. Auch die Modulation, wonach Prämien beginnend ab dem 100 Hektar eingekürzt werden, wurde zugunsten der Großbetriebe in diesem Vorschlag abgeschwächt.

Politiker versprachen Anpassungen

Die momentanen Vorschläge seien eine Diskussionsgrundlage, an der nun rund noch ein Monat gefeilt werden könne. An der Unausgewogenheit des Programms werde man noch arbeiten, und versuchen, Benachteiligungen des Grünlandes auszubügeln, versprachen unter anderem der Kärntner Landwirtschaftskammerpräsident Walfried Wutscher oder Bauernbunddirektor Fritz Kaltenegger.

Entscheidung nach Diskussionsphase im Frühling

Nach einem Dialogtag des BMLFUW am 13. März wird das endgültige Programm beschlossen werden. Bis dahin scheint es für jeden betroffenen Grünlandbauern unumgänglich, massiv in allen politischen Reihen und in der Berufsvertretung auf die drohenden Benachteiligungen hinzuweisen und deren Aufhebung einzufordern.

Den Grünen Pakt mit den genauen geplanten Maßnahmen zur Ländlichen Entwicklung Neu finden Sie im Internet unter: Lebensministerium


Aktualisiert am: 23.03.2006 11:26
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