LKV- Daten richtig nutzen (Teil 1)

Rund 25.300 österreichische Milchbauern nehmen das Serviceangebot der Landeskontrollverbände in Anspruch. Aber erst die richtige Interpretation der einzelbetrieblichen Kennzahlen macht die Daten für den Betrieb nutzbar.
Der Landeskontrollverband sorgt für die „Buchführung“ im Stall.
Der Landeskontrollverband sorgt für die „Buchführung“ im Stall.
Der LKV-Jahresbericht bietet wertvolle Informationen vom abgelaufenen Prüfjahr 2006 (1.10.2005 bis 30.09.2006). Die wichtigsten Angaben über die Entwicklung der letzten fünf Jahre finden Sie auf Seite 1.

Die Entwicklung der Kuhzahlen ist gerade unter den kleinstrukturierten österreichischen Verhältnissen von Bedeutung. Bei guten Leistungen ist eine überschaubare Steigerung der Kuhzahlen absolut sinnvoll. Es können bestehende Fixkosten von vorhandenen Gebäuden und Maschinen verdünnt werden. Das Alter der Kühe am Stichtag 30.09.2006 muss in Zusammenhang mit Erstkalbealter, Zwischenkalbezeit, Milchleistung und Anteil an verkauften Jungkühen gesehen werden. Grundsätzlich bedeutet ein höheres Durchschnittsalter der Kühe - von fünf Jahren und mehr - eine höhere Lebensleistung der Kühe und somit geringere Bestandesergänzungskosten.

Die Milchleistung ist und bleibt sehr wichtig. Entscheidend ist eine hohe verkaufte Milchmenge je Kuh. Diese Verkaufsmilchmenge muss mit Quote abgesichert sein. Eine Steigerung der verkauften Milchmenge ist für viele Betriebe die billigste Form der Betriebsaufstockung. Ein hoher Eiweißgehalt spiegelt eine gute Fütterung wieder. Eiweiß wird besser als Fett bezahlt und ist nicht kontingentiert. Ein hoher Eiweißgehalt ist besonders im ersten und zweiten Laktationsdrittel wichtig.

Die Herdenleistung nach Rassen im Prüfjahr bietet bei gemischtrassigen Beständen eine gute Vergleichsmöglichkeit, da Fütterung, Haltung und Betreuung am selben Betrieb stattfinden. Die Auswertung kann als Entscheidungshilfe genutzt werden, welche Rasse am Betrieb in Zukunft in welchem Umfang gehalten werden soll.

Landwirt-Tipp
Erfahrungen und Maßnahmen der Arbeitskreismitglieder beim Verbessern der Eutergesundheit
·Vormelken in Vormelkbecher
·Zitze bei Nassreinigung trocknen
·Gut anrüsten, zügig melken, Blindmelken vermeiden – keine anderen Tätigkeiten neben Melkarbeit
·Melkarbeit mit Lactocorder prüfen
·Über 100.000 Zellen Hygieneprogramm verwenden
·Schalmtest monatlich als Routinekontrolle und dokumentieren – bei Veränderung sofort Milchprobe einsenden
·Regelmäßige Überprüfung der Melkanlage
·Keine zellbelastete Milch an Kuhkälber
·Chronisch kranke Kühe selektieren
·Verschleppung von Erregern vermeiden – Melkzeuge zwischendesinfizieren

Autor: Ing. Fritz STOCKER, LK Steiermark, Referent Arbeitskreis Milchproduktion


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Aktualisiert am: 23.01.2007 15:35
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