LK-Wahl in Salzburg: Bauernbund verliert

Salzburg: Zwar erringt der Bauernbund in Salzburg noch 20 von 28 Sitzen, doch wurde auch der unabhängige Bauernverband dreimal stärker als bisher und hält nun 20 %.
Hier das Wahlergebnis in Salzburg in einer Grafik des ORF.
Hier das Wahlergebnis in Salzburg in einer Grafik des ORF.
Salzburgs Bäuerinnen und Bauern haben ihre Interessenvertretung neu gewählt. Der Bauernbund erhielt laut vorläufigem Endergebnis 68,1% der Stimmen (bei der letzten Wahl im Jahr 2005 waren es noch 78%) und hält nunmehr 20 statt bisher 24 Sitze in der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer - die absolute Mehrheit ist freilich gesichert. Der Unabhängige Bauernverband konnte 21,1% der Stimmen erringen (2005: 6,5%) und erhöhte damit seine Mandatszahl von eins auf sechs. Von 8% auf nunmehr 5,4% reduzierte sich der Stimmenanteil der Freiheitlichen Bauern, die nur mehr über einen Sitz (statt bisher zwei) in der Vollversammlung verfügen. Kaum Veränderungen ergaben sich bei den SPÖ-Bauern, die mit 5,5% (gegenüber 5,7%) ihr einziges Mandat halten konnten. Wahlberechtigt waren insgesamt 32.801 Personen, von denen 17.754 eine gültige Stimme abgaben. Die Wahlbeteiligung erhöhte sich damit von 51% im Jahr 2005 auf 55,9%.

Ergebnis nicht berauschend

In einer ersten Stellungnahme kündigte LK-Präsident Franz Eßl an, sich weiterhin mit aller Kraft für die Salzburger Bauern einzusetzen: "Das Wahlergebnis ist zwar für den Bauernbund nicht berauschend, aber mit zwei Drittel der Stimmen ein klarer Wahlauftrag unserer Mitglieder. Ich lade alle Fraktionen zu einer Zusammenarbeit ein. Die hohe Wahlbeteiligung zeigt das Interesse an der guten Arbeit der Landwirtschaftskammer", so Eßl.

"Niemand verliert gerne Stimmen, diese Verluste schmerzen"

"Doch angesichts der schwierigen Marktlage, die den Bauern 2009 schwere Einkommensverluste beschert hat, sind wir gemeinsam mit Spitzenkandidat Eßl froh über ein respektables Ergebnis", kommentiert Fritz Grillitsch, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, den Wahlausgang. "Wir danken jenen rund 68% der Wählerinnen und Wählern dafür, dass sie uns weiterhin ein sehr großes Vertrauen entgegenbringen", so Grillitsch.

Drei Frauen mehr

Neben Landesbäuerin Elisabeth Hölzl ziehen mit Alexandra Lemberger, Katharina Lichtmannsperger und Theresia Neuhofer drei weitere Frauen in das Bauernparlament ein. "Die wirtschaftlich angespannte Lage mit Preisdruck bei Milch, Fleisch und Getreide hat zuletzt für größte Unzufriedenheit bei den Bauern gesorgt. Schade, dass unsere Wähler für die aktuelle Lage nicht den Weltmarkt abstrafen können", meint Grillitsch, der als Antwort auf dieses Wahlergebnis die Kontakte auf EU-Ebene verbessern will. Nur so kann der Bauernbund die europäische Agrarpolitik und den zukünftigen GAP-Finanzrahmen ausreichend mitgestalten", unterstrich Grillitsch. AIZ


Aktualisiert am: 22.02.2010 15:25
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