Kverneland – neuer Besitzer, neue Möglichkeiten!?

Die norwegische Kverneland Gruppe wird in den nächsten Wochen in den Besitz des Baumaschinenherstellers Kubota übergehen. Zudem ist Kverneland dabei, sein Vertriebsnetz in Österreich neu auszurichten. Thomas Bortz, Geschäftsführer der Kverneland Gruppe Deutschland, hat uns in einem Interview seine Einschätzung rund um die neuesten Entwicklungen sowie die neue Vertriebsstrategie in Österreich erläutert.
Thomas Bortz, Geschäftsführer der Kverneland Gruppe Deutschland, im Interview.
Thomas Bortz, Geschäftsführer der Kverneland Gruppe Deutschland, im Interview.
Neuer Besitzer, Schritt für Schritt – Mitte Dezember hat Kubota vom Kverneland-Hauptaktionär Umoe AS 31,8 % übernommen. Einige Wochen später wurde bekannt, das Kubota den Zuschlag für weitere Aktienpakete erhalten hat. Nach eigenen Angaben gehören nun 78,87 % dem japanischen Konzern. Dafür soll Kubota etwa 170 Mio. Euro bezahlt haben. Die gesamt Übernahme werde dem Unternehmen rund 210 Mio. Euro kosten. Ein erstes Angebot hatte das japanische Unternehmen durch seine Tochtergesellschaft, Kubota Norway Holdings AS, am 16. Dezember 2011 in der Höhe von 8,50 NOK (Norwegische Kronen) für alle Aktien der Kverneland Gruppe veröffentlicht. Fiat Industrial, wozu auch CNH gehört, sowie der chinesische Cherry-Konzern erhöhten das Angebot zwischenzeitlich auf 9,50 NOK, stiegen dann aber aus dem Bieterwettkampf aus, als Kubota sein Angebot auf 10,50 NOK anhob. Kubota teilte mit, dass ein weiteres Angebot mit einer Annahmefrist von vier, maximal sechs Wochen an die verbleibenden Aktionäre gerichtet wird.
Egal, wie sich diese entscheiden, Kubota verfügt bereits über eine gute Dreiviertel-Mehrheit.

Kverneland in Österreich
Unabhängig vom jetzigen Besitzerwechsel, hat die Kverneland Gruppe vor einigen Monaten die Vertriebsstrategie in Österreich geändert. Die Zusammenarbeit mit der EZ-Agrar und der Mitterndorfer Landtechnik (MLT) wurde beendet. Die Gründe dafür erläutert Thomas Bortz so: „Ich habe die Zusammenarbeit mit der EZ-Agrar und der MLT auf persönlicher Ebene und vom Geschäftsmodell her immer sehr geschätzt. Aber wenn man an einem Punkt ankommt, wo man nicht mehr vorankommt, muss man etwas einvernehmlich ändern. Und das haben wir konsequent gemeinsam getan. Es zeigte sich in diesem Zusammenhang immer mehr, dass wir unsere Exklusivitätsphilosophie mit diesen Partnern nicht konsequent genug umsetzen konnten. Zudem haben wir unser Produktangebot in den letzten Jahren anders aufgestellt. Viele unserer Produkte benötigen eine intensivere Beratung und Betreuung im After Sales-Bereich. Wir wollen unsere Marktanteile mit einer Qualitätsstrategie und nicht mit einer vordergründigen Volumenstrategie ausbauen. Das lässt sich mit einem Direktvertrieb über den Fachhändler besser bewerkstelligen als in einem mehrstufigen Vertriebssystem.“

Was der Geschäftsführer der Kverneland Gruppe Deutschland sonst noch zu den neuesten Entwicklungen rund um Kubota zu sagen hat, und welche neuen Möglichkeiten sich aus seiner Sicht daraus ergeben könnten, können Sie im Interview in der Ausgabe 04/2012 unserer Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“ lesen.

Aktualisiert am: 07.02.2012 21:32
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