Kunst-Käse und Co – Experten diskutieren

Minister Berlakovic sprach gestern beim Symposium „Echt oder nicht?“ in Wien und erklärte, dass bewusste Konsumententäuschung durch Imitate verhindert werden muss. Der Ruf nach einer klaren Kennzeichnung der Imitate wird immer lauter.
Landwirtschaftsminister Berlakovic sprach gestern bei einem Symposium in Wien über "Kunst- Käse und Schummel- Schinken" und sprach sich dabei für eine exakte Kennzeichnung solcher Imitate aus.
Landwirtschaftsminister Berlakovic sprach gestern bei einem Symposium in Wien über "Kunst- Käse und Schummel- Schinken" und sprach sich dabei für eine exakte Kennzeichnung solcher Imitate aus.
„Vielen Konsumenten ist in den vergangenen Monaten rund um die Berichterstattung zu Kunst-Käse und Schummel-Schinken zum ersten Mal bewusst geworden, dass ihre Vorstellung von Lebensmitteln nicht immer der Realität entspricht. Derartige Imitate wurden zu Symbolen für Produkte, die zwar gesundheitlich unbedenklich sind, aber den guten Ruf der Qualität echter Lebensmittel ausnutzen. Österreichs Bäuerinnen und Bauern produzieren qualitativ hochwertige Spezialitäten, denen die Konsumenten vertrauen können", dies stellte gestern Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich beim Symposium "Echt oder nicht?" in Wien fest.

Verunsicherung der Konsumenten
"Die Diskussionen um Kunst-Käse und Schummel-Schinken haben zu einer Verunsicherung der Verbraucher geführt. Für viele Produkte setzt die Lebensmittelindustrie heute Ersatzstoffe, wie etwa Pflanzenfette und Stärke ein. Um zu wissen, ob tatsächlich Butter im Butterkeks ist, Milch im Speiseeis oder Käse auf der Pizza muss man erst das Kleingedruckte lesen. Mir ist wichtig, dass die Menschen wissen und bewusst entscheiden können, was sie kaufen und essen", so Berlakovich. Geschmack und Qualität seien neben der Frische die wichtigsten Eigenschaften österreichischer Lebensmittel. Nur wer die Herkunft und den Inhalt kenne, der könne auch bewusst genießen.

Klare Kennzeichnung von Ersatz-Produkten notwendig
"Durch die Verwendung von Imitaten in der Lebensmittelherstellung bleiben außerdem manche Bauern - vor allem Milch produzierende - auf ihren echten und natürlichen Erzeugnissen sitzen. Wir brauchen daher eine klare Kennzeichnung von echten und von Ersatz-Produkten", kritisierte Berlakovich. "Die Ergebnisse einer kürzlich erschienenen Studie zeigen uns, dass wir am richtigen Weg sind. Österreich verfolgt eine Lebensmittel- und Landwirtschaftspolitik, die eine regionale Vielfalt statt einer hoch industrialisierten Agrarproduktion als Ziel hat und fördert", unterstrich der Minister.

AMA-Gütesiegel ausbauen
"Um den Kunden Sicherheit und Vertrauen zu geben, müssen wir die bestehenden Gütesiegel wie jenes der AMA verstärkt ausbauen. Die Qualität vom Stall bis zum Teller soll nachvollziehbar sein", sagte Berlakovich. Mit dem AMA-Gütesiegel werden österreichische Herkunft und hohe Qualität verbunden. Dieses Gütezeichen wird nicht nur bei Fleisch, sondern auch bei Milch, Eiern, Obst und Gemüse verwendet. "Gerade ein landwirtschaftlich klein strukturiertes Land wie Österreich kann im internationalen Wettbewerb nur durch Produkte höchster Güte bestehen. Eine klar erkennbare Auszeichnung der Herkunft, Produktionsweise, Qualität und Regionalität unserer landwirtschaftlichen Erzeugnisse steht daher auch im Zentrum der österreichischen Agrarpolitik", ergänzte der Ressortchef. (AIZ)



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Aktualisiert am: 27.11.2009 10:41
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