Kuhsignale – durch Beobachten Störungen früher erkennen

Auf der Weide können sich Kühe artgerecht verhalten. Sie fressen, kauen wieder, gehen raumgreifend u.v.m. Die Praxis zeigt, dass Landwirte mit Ganzjahresstallhaltung oft den Blick für normales Kuhverhalten verlieren. Eine genaue Beobachtung der Einzeltiere bzw. der Herde kann dann wieder helfen, Probleme zu mindern oder zu vermeiden.

In jedem Fleck des Stalles muss so viel Licht vorhanden sind, dass man Zeitung lesen kann.
In jedem Fleck des Stalles muss so viel Licht vorhanden sind, dass man Zeitung lesen kann.
Auf den meisten Betrieben gilt Folgendes:

  • Das Futter muss häufiger nachgeschoben werden. Am besten sechsmal täglich!
  • Die Tiere brauchen mehr Tränken. Am besten sind kleinere Tränken für 12 Kühe mit hohem Wasserdurchsatz. In jeder Ecke vom Stall soll Wasser frei zugänglich sein.
  • Die meisten Ställe sind zu dunkel. Kühe brauchen 16 bis 18 Stunden Licht pro Tag, um optimale Leistungen zu erbringen (1 Neonröhre für 2 Kühe). Dann kommt man auf die notwendigen 150 LUX für optimale Leistung und Wohlbefinden von Landwirten und Kühen. Man sollte im Stall überall gut Zeitung lesen können!
  • Kühe brauchen viel frische Luft im Stall. Wenn man die Seitenwände rausnimmt und das Dach 1 m überstehen lässt, wird man eine deutliche Verbesserung feststellen. An der Wetterseite ist ein Curtain-System optimal, das bei extremen Wetterlagen die Tiere zusätzlich schützt.
  • Fast immer gibt es Mängel bei den Liegeboxen. Empfohlen werden Tiefstreuboxen mit weicher, griffiger Einstreu und viel Platz im Kopfbereich zum Schwungholen beim Aufstehen.
  • Wichtig ist auch das regelmäßige Aufrauen des Bodens alle 5 bis 7 Jahre mit einem Diamantschleifer, damit die Tiere sicher laufen und stieren können. Das „Kuhsignale-Diamant“ zeigt zusammengefasst, welche Bedürfnisse einer Kuh immer erfüllt sein müssen und worauf im Stall geachtet werden sollte.


Autor: Hans RIGLER, LFS Warth


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Aktualisiert am: 09.11.2005 15:07
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