Kuhkomfort: Gut gebettet auf Kompost

Familie Kopper aus der Steiermark entschied sich bei der Erweiterung ihres Milchviehstalles für einen Kompoststall. Die Familie ist vom hohen Kuhkomfort des neuen Systems überzeugt.
Zwei Übergänge verbinden die Liegefläche mit dem Fressbereich.
Zwei Übergänge verbinden die Liegefläche mit dem Fressbereich.
Begünstigend für den Kompoststall kam hinzu, dass die Anrainer immer sensibler auf die Geruchsbelästigung durch die Ausbringung von Gülle reagieren. werden. Der Kompost hingegen ist geruchsneutral.
Familie Kopper bemerkt immer wieder bei Nichtlandwirten – den Konsumenten – wie gut ihnen die „Wiese im Stall“ ihrer Kühe gefällt. „Ich denke gerade wir Milchbauern sollten jede Gelegenheit nutzen, um auf die gute und fürsorgliche Arbeit hinzuweisen, die die Meisten von uns Tag-täglich leisten. Milch ist und bleibt für alle ein wertvolles Nahrungsmittel“, schildert Maria Kopper. Der Kompost kann direkt vom Stall auf die Wiese oder das Feld ausgebracht werden. Familie Kopper lässt den Kompost ein bis zweimal pro Jahr vom Maschinenring ausbringen.

Roboter melkt die Kühe
Familie Kopper hielt die Kosten für den Liege- und Fressbereich günstig, investierte aber in einen Melkroboter. „Ich bin von der Zuverlässigkeit der Technik des De Laval Melkroboters und dem Kundenservice nicht enttäuscht worden. Wir mussten keine Kühe ausselektieren und hatten seit und während der Umstellung keine Euterentzündungen. Die Zellzahl liegt bei akzeptablen 100.000“, freut sich der Manfred Kopper. Bei den altmelkenden Kühen im alten Stall setzt er auf einen gelenkten Kuhverkehr. Versuchsweise hatte er die Tore auch schon ausgebaut. Dies resultierte aber in einem unnötigen Zeitaufwand beim Nachtreiben. Somit waren die Tore rasch wieder an ihren alten Plätzen. Jetzt muss er kaum Kühe in den Roboter treiben. Maria Kopper schätzt vor allem die soziale Komponente des Melkroboters: „Jetzt ist es am Morgen wenn die Kinder zur Schule gehen nicht mehr so hektisch. Die flexiblen Stallzeiten und die Mehr-Zeit für die Tierbeobachtung möchte ich nicht mehr missen.“ Die Kosten für Stall, Melktechnik, Milchtank, 450 m² Traunsteiner Silo und 700 m² Gülleteich beliefen sich auf 330.000 Euro. Finanziert wurde die Investition aus Eigenmittel und einem AIK. Um die Fixkosten gering zu halten, ist die Außerwirtschaft schlank mechanisiert. Mithilfe beim Mähen, Schwaden und das Gras einbringen wird über den Maschinenring erledigt. Auch die Jungviehaufzucht hat die Familie an einen zwei Partnerbetriebe ausgelagert. Die beiden ehemaligen Zuchtbetriebe wissen worauf es bei der Aufzucht ankommt. „Pachtflächen sind bei uns in der Nähe sehr schwer zu bekommen, deshalb sind nur die Kühe und Kälber am Hof“, erklärt Maria Kopper.. Die Kälber sind in überdachten Einzel- und Gruppeniglus aufgestallt.

Fazit
Der Kompoststall ist eine Alternative zu den anderen Stallsystemen. Er erfüllt auch die Voraussetzungen eines Special-Needs-Bereiches. Der Kompoststall funktioniert allerdings nur, wenn er konsequent zwei Mal täglich belüftet wird.

Autoren: Alfred FISCHER-COLBRIE, Arbeitskreis Milch Hartberg/Weiz und DI Stephanie GROSSPÖTZL, Sigharting


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Aktualisiert am: 07.12.2009 13:59
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