Kuhkomfort: Der Nackenriegel als Lahmheitsfaktor

Die Bodenbeschaffenheit gilt als Hauptfaktor für das Auftreten von Lahmheiten. Doch auch die Position des Nackenriegels kann die Liegeboxennutzung von Milchkühen beeinflussen und auf das Auftreten von Lahmheiten einen Einfluss nehmen.
In den Liegeboxen ohne Nackenriegel können die Kühe mit allen vier Beinen in der Liegebox stehen.
In den Liegeboxen ohne Nackenriegel können die Kühe mit allen vier Beinen in der Liegebox stehen.
Klauenerkrankungen bzw. Lahmheiten zählen neben Fruchtbarkeitsproblemen und Mastitiden zu den häufigsten Abgangsursachen der Milchkühe und führen zu hohen wirtschaftlichen Verlusten. Diese sind im Gegensatz zu Eutererkrankungen und Fruchtbarkeitsstörungen schwerer zu quantifizieren, da nicht nur die Lahmheit selbst zu Kosten führt, sondern auch die Folgeschäden mitberechnet werden müssen (Rückgang von Milchproduktion, Körpermasse, Futterverwertung, Behandlungskosten und frühzeitige Schlachtung). Die Faktoren für das Auftreten von Lahmheiten sind sehr vielfältig: Bodenbeschaffenheit, Fütterung, Rasse etc. spielen dabei eine wichtige Rolle. Neben diesen schon bekannten Faktoren beschäftigte sich eine kanadische Studie damit, ob das Entfernen des Nackenriegel, und somit das größere Platzangebot, einen Einfluss auf das Lahmheitsgeschehen hat.

Fazit
Ganz auf den Nackenriegels in den Liegeboxen zu verzichten ist nicht sinnvoll, da dies zwangsläufig auch zu einer höheren Arbeitsbelastung durch das Reinigen der stärker verschmutzten Liegebereiche führt. Lösungen wie ein flexibler, verformbarer oder aufklappbarer Nackenriegel, um einerseits die Stallverschmutzung zu minimieren und andererseits das höhere und komfortablere Platzangebot zu gewährleisten, sind bereits am Markt, aber ihre spezielle Wirkung auf Lahmheiten muss noch untersucht werden.

Autor: DI Florian BERNARDI, Universität für Bodenkultur Wien


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Aktualisiert am: 24.04.2008 15:46
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