Kuhausmast: „So machen Sie Ihre Kühe für McDonalds fit!"

In Österreich werden jährlich etwa 190.000 Kühe geschlachtet. Immer noch geht ein Großteil davon unvorbereitet zur Schlachtung. Darunter leiden die Fleisch- und Schlachtkörperqualität und damit auch die Wirtschaftlichkeit. Worauf Sie in der gezielten Kuhausmast achten sollten, wird im Beitrag zusammengefasst.
Maissilage ist ein sehr gutes Grundfutter für die Kuhmast.
Maissilage ist ein sehr gutes Grundfutter für die Kuhmast.
In der Kuhausmast sollten Tageszunahmen von mehr als 1 kg erreicht werden. Dafür ist eine Energieversorgung entsprechend einer theoretischen Milchleistung von 15–18 kg notwendig. Im Vergleich zur herkömmlichen Rindermast setzen die Ausmastkühe mehr Fett und weniger Muskelgewebe (Eiweiß) an. Eine zu hohe Energieversorgung kann daher zu intensiver Verfettung und verringerter Futteraufnahme führen. Im Gegensatz dazu führt eine zu geringe Nährstoffversorgung zur Erhöhung des Futteraufwands – es wird viel Futter für den Erhaltungsbedarf benötigt. Natürlich wird der Nährstoffansatz und damit auch der Nährstoffbedarf von der Genetik und dem aktuellen Ausmastgrad bestimmt. Milchbetonte bzw. bereits gut ausgemästete Kühe neigen stärker zur Verfettung als Zweinutzungs- und großrahmige Fleischrassen bzw. Kühe in schlechter Kondition.

Rationsempfehlungen für die Praxis:
• Das Grundfutter bzw. eine Mischration muss immer zur freien Aufnahme angeboten werden.
• Die Energiekonzentration der Gesamtration sollte zwischen 6,0 und 6,5 MJ NEL/kg TM betragen. Dies entspricht 10–11 MJ umsetzbarer Energie (ME) je kg Trockenmasse.
• Die täglich notwendige Kraftfutterergänzung hängt vom Energiegehalt des Grundfutters ab. Bei maissilagebetonten Rationen sind etwa 2 kg Kraftfutter und bei Grünlandrationen etwa 3 kg Kraftfutter pro Tag zu füttern. Auch im Biobetrieb sollte in der Kuhausmast zumindest 1–2 kg Kraftfutter pro Tag gefüttert werden, da ansonsten die Ausmast zu lange dauert (Erhaltungsfutterbedarf!). Nur bei hochwertigem Weidefutter (Kurzrasenweide bzw. Koppelweide mit einer Grasaufwuchshöhe unter 15–20 cm) kann theoretisch auf Kraftfutter verzichtet werden.
• Der Eiweißgehalt der Ration muss sich vor allem am Bedarf der Pansenmikroben orientieren. Der Eiweißansatz der Kühe ist relativ gering. Es reicht daher ein Eiweißgehalt von 12 – 13 % in der Gesamtration aus. Bei Grünlandrationen ist daher keine zusätzliche Eiweißergänzung notwendig – das Kraftfutter kann ausschließlich aus preiswertem Getreide bestehen. Hohe Maissilagemengen erfordern jedoch auch eine Eiweißergänzung.
• Je nach Grundfutterration und Mineralstoffgehalt der Komponenten ist eine Mineralstoffergänzung im Umfang von 5 – 7 dag einer handelsüblichen calciumbetonten Mineralstoffmischung und zusätzlich 2 dag Viehsalz erforderlich.
• Rationsumstellungen müssen immer langsam und schonend durchgeführt werden.
• Die Weideausmast kann nur auf besten Weiden empfohlen werden.
• Eine ständige Versorgung mit Trinkwasser ist notwendig.

Die tägliche Futteraufnahme beträgt im Mittel etwa 13 kg Trockenmasse (11 – 15 kg TM). Dies entspricht einer Futteraufnahme von 1,9 – 2,3 % des Lebendgewichts. Je kg Zuwachs muss im Mittel mit einem Gesamtfutterbedarf von etwa 12 kg TM (9 – 14) gerechnet werden.

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Aktualisiert am: 10.08.2004 13:47
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