Kühe vertragen keine Hitze

Kühe geraten bei Hitze in Stress: Sie bewegen sich nur noch träge und die Atemfrequenz ist erhöht, beides sind Zeichen für die starke Belastung des Organismus.
Offene Stallwände ermöglichen auch bei hohen Temperaturen einen guten Luftaustausch.
Offene Stallwände ermöglichen auch bei hohen Temperaturen einen guten Luftaustausch.
Im Sommer sollten immer alle Türen und Tore geöffnet werden. Noch vorhandene Lichtbänder und zumindest ein Teil der Außenwand sollten entfernt werden, um eine bessere Querlüftung zu gewährleisten. Auch Lichtkuppeln, die in älteren Ställen häufig noch anzutreffen sind, sollten zwischen den Trägern abgebaut werden, um in Verbindung mit den geöffneten Seitenwänden einen Schornsteineffekt zu erzielen, der eine höhere Luftwechselrate ermöglicht.

Bei hohen Temperaturen sollte das Luftvolumen 60 -100 mal in der Stunde ausgetauscht werden, was über eine Trauf-First-Belüftung oder eine Querlüftung kaum erreicht werden kann. Daher wurden in den letzten Jahren in vielen Ställen großvolumige Ventilatoren installiert, die meistens in Längsrichtung des Stalls in mindestens 2,50 m Höhe über dem Laufgang am Futtertisch in Reihe montiert werden (Neigung ca. 15-20°). Der Abstand der Ventilatoren richtet sich nach der Wurfweite, die abhängig von Größe und Drehzahl ist und meist zwischen 10 und 25 m beträgt. Aufgabe der Ventilatoren ist es, Frischluft anzusaugen, in den Stall zu blasen und so die feuchtwarme Luft quasi wie eine Luftwalze aus dem Stall zu bewegen. Zweckmäßig ist der Einsatz eines Ventilators auch im Bereich des Warteraums vor dem Melkstand. Hier stehen die Kühe relativ eng zusammen, was zu einem erheblichen Wärmestau führen kann und den Kreislauf extrem belastet. Nicht zu vergessen ist der Melkstand selbst, wo nicht nur die Kühe, sondern auch die Menschen die kühle Brise eines Ventilators als sehr angenehm empfinden.

Autor: Dr. Jakob Groenewold, LWK Hannover


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Aktualisiert am: 13.06.2005 15:32
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