Krisenbewältigung: Sie müssen nicht alles ertragen

Auf einem Bauernhof ist der Konfliktpotential sehr hoch. Wenn ein Familienmitglied auf stur stellt, dann ist oft Streit die Schlussfolgerung. Ertragen Sie ihn still, reden Sie darüber, oder haben sie sich schon einmal an eine Beratungsstelle gewandt?
Ein Anruf bei einer Beratungsstelle kann der erste Schritt in die richtige Richtung sein.
Ein Anruf bei einer Beratungsstelle kann der erste Schritt in die richtige Richtung sein.
Generationskonflikte, Überschuldung, Gewalt - es gibt viele Probleme, aus denen es scheinbar keinen Ausweg gibt. „Mich müssen sie aus dem Hof tragen, ich weiche nicht“, ist so eine schier ausweglose Situation. Vor allem ältere Bäuerinnen und Bauern meinen nicht aufgeben zu dürfen. Zwar ist weit und breit kein Übernehmer in Sicht, die eigene Gesundheit ist mehr als angegriffen – aber: „So lange ich arbeiten kann, mach ich es – und dann ist es sowieso aus“. Sturheit hilft in diesem Fall keinem weiter.

Versteckte Ängste
Was als blinde Sturheit gedeutet wird, hat oft ganz andere, tief drinnen liegende, Ursachen. Das können Kindheitsprägungen sein, Versagensängste, ja auch Glaubensüberzeugungen: „Gott hat mich hier her gestellt. Und es ist meine Pflicht, meinen Platz nicht zu verlassen!“ – Da hilft wohl kein (Berater-)Argument. Dennoch kann sieht ein Berater die Situation von außen und kann unabhängig mit den Betroffenen in Kontakt treten. Den Weg zur Beratung sehen viele allerdings als ein Zeichen von Schwäche. Meinungen von außen sind da auch keine Hilfe: „Die gehen zu einer Beratung, da muss es schon sehr schlimm um sie stehen“. Eine Beratung bedeutet nicht den Anfang vom Ende, sondern ist oft der erste Schritt in die richtige Richtung. Warten Sie nicht, bis es zu schlimm wird. Jahrelanges Streiten löst ein Problem nicht, es wird auch nicht besser, sie leiden darunter. Wie schnell wendet man sich bei einem geplanten Stallbau, einer Betriebsumstellung oder einer Frage zu einer Maschine an einen Berater? Sobald es aber um die Familie geht, meint man, dass das Problem sowieso nicht gelöst werden kann. Schon gar nicht von außen.

Ich habe kein Problem, das ich lösen muss. Aber hin und wieder Sorgen. Und manchmal wird mir alles zu viel. Kann da die NÖ. Akutberatung helfen?
Wir wissen, dass man - v.a. in Arbeitsspitzen - jemanden zum Reden braucht. Allein dadurch löst es sich oft. Oder der Druck, der "kaum zum Aushalten" ist, lässt nach. Zumindest vorübergehend. Vielleicht ist jetzt noch nicht die Zeit, dass Sie Ihr Problem "an der Wurzel packen"... Und: Mit uns können Sie "reden wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist".

Rosemarie Rupp
Dipl. Lebens- und Sozialberaterin
NÖ. Akutberatung für bäuerliche Familien
Beratungstelefon: 0 820 / 42 04 82
E-Mailberatung: www.akutberatung.at

Autorinnen: Rosemarie RUPP, NÖ Akutberatung für bäuerliche Familien, und Angelika KONRAD, St. Peter Freienstein


Aktualisiert am: 21.08.2008 17:11
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