Kraut - ideales Wintergemüse

Lange haftete dem Kraut das Image eines Arme-Leute-Essens an, weshalb es in den letzten Jahrzehnten aus vielen Küchen verbannt wurde. Erst seit einigen Jahren findet ein Umdenken statt, die Leute beginnen sich mehr für heimische Gemüsesorten zu interessieren.
Klassisch wird Sauerkraut zu deftigeren Speisen und Hausmannskost (wie Schweinsbraten, Bratwürstel oder Geselchtes) serviert, meistens noch in Kombination mit Speckwürfeln.
Klassisch wird Sauerkraut zu deftigeren Speisen und Hausmannskost (wie Schweinsbraten, Bratwürstel oder Geselchtes) serviert, meistens noch in Kombination mit Speckwürfeln.
Am häufigsten verwendet man hierzulande das Weißkraut (in Deutschland auch Weißkohl genannt). und setzen diese je nach saisonaler Verfügbarkeit ein. Denn um auch im Winter einen ordentlichen Schub Vitamin C zu bekommen, muss man nicht unbedingt zu den importierten Orangen greifen. 100 Gramm rohes Weißkraut liefern die gleiche Menge Vitamin C wie ein Glas Orangensaft. Zusätzlich enthält das Weißkraut noch jede Menge Vitamin E, K, Folsäure und Mineralstoffe. Kraut hat in Summe einen hohen ernährungsphysiologischen und gesundheitlichen Wert.

Inhaltsstoffe und Gesundheitswert
100 g Weißkraut weisen einen Brennwert von 100 kJ (23 Kilokalorien) auf und enthalten etwa 1,4 g Eiweiß, 0,2 g Fett, 4 g Kohlenhydrate und 2,5 g Ballaststoffe. An Mineralien und Vitaminen sind etwa 45 mg Kalzium, 0,5 mg Eisen, 13 mg Natrium. 227 mg Kalium und 45 mg Vitamin C enthalten.
Die Besonderheit des Weißkraut ist sein Gehalt an Ascorbigen, einer Vorstufe des Vitamin C, das erst durch Kochen zu Vitamin C umgewandelt wird; bei allen anderen Gemüsesorten geht Vitamin C durch das Garen mehr oder weniger verloren. So war das Weißkraut früher ein wichtiger Lieferant des lebensnotwendigen Vitamins. Problematisch am Kraut ist einzig und allein die etwas blähende Wirkung. Für Magen- und Darmkranke ist das Kraut daher nicht geeignet. Weniger blähend wirkt das Kraut, wenn es blanchiert und mit Kümmel gewürzt wird.
Der spezifische Krautgeschmack kommt von Glucosinolaten, auch Senföle genannt. Diese zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und haben gesundheitsfördernde Wirkung (können die Krebsentstehung hemmen). Diese Stoffe sind hitzeempfindlich. Daher sollte am besten regelmäßig frisches Kraut gegessen werden. Erst wenn das Gemüse zerkleinert wird, entsteht das typische, wirksame Aroma.

Autorin: Dipl. Päd. Mag. Ingrid WEINHANDL, HLA für Land- und Ernährungswirtschaft, Schulverein der Grazer Schulschwestern


Aktualisiert am: 14.01.2008 11:16
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