Kranke Kälber werden schlechte Kühe

Kranke Kälber werden Kühe mit Leistungsverlusten und scheiden früh aus dem Bestand. Richtige Kälberhaltung sowie Vermeidung von Neugeborenendurchfall und Rindergrippe sind wichtige Erfolgsfaktoren, um Leistungsverlusten vorzubeugen.
Kälber brauchen optimale Haltungsbedinungen, um später als Kuh die genetisch mögliche Leistung ohne Verluste erbringen zu können.
Kälber brauchen optimale Haltungsbedinungen, um später als Kuh die genetisch mögliche Leistung ohne Verluste erbringen zu können.
Hauptverluste in der Kälberaufzucht sind zu 80 bis 90 % durch Durchfallerkrankungen bedingt. Danach kommen Lungenentzündungen und Nabelerkrankungen. Alle drei sind Faktorenkrankheiten. Jeder einzelne Faktor macht ein gesundes Kalb nicht krank. In 80 bis 90 % der Fälle geben nicht infektiöse Belastungen durch falsche Aufstallung, mangelnde Geburtshygiene und schlechtes Tränkeverfahren den Anstoß für das Krankwerden der Kälber. Auf Bayerischen Betrieben kommt es in den ersten sechs Lebenswochen zu Totalverlusten der Kälber von rund 10 bis 12 % (ca. 160.000 Kälber jährlich). „In Norddeutschland liegt der Prozentsatz noch höher, da hier vorrangig Holsteinrinder gehalten werden und die Stierkälber oft als nicht behandlungswürdig gelten. Durch die niedrigen Preise für Stierkälber lohnt es sich für manche Landwirte nicht, in Behandlungskosten zu investieren“, so Prof. Dr. Günter Rademacher von der LMU München in einem Vortrag an der LFS Kirchberg am Walde in der Steiermark.

Tausende Liter Verlust
Das Hauptproblem von Kälbererkrankungen sieht er im Leistungsverlust als Milchkuh. Es ist problematisch und auch wirtschaftlich nicht vertretbar, wenn Kälber aufwachsen, die nicht gesund sind oder auch gar nie als krank erkannt wurden. Die Lunge der Kälber ist geschädigt und das kann sich mit einem Leistungsverlust von mehreren tausend Litern Milch zu Buche schlagen, sowohl in der einzelnen Laktation als auch in der Lebensleistung. Über 50 % der Tiere, die als Kalb öfter als drei Mal in der ersten Lebenswoche behandelt werden, erreichen laut jahrelangen Aufzeichnungen die erste Laktation nicht.



Autor: Michael Schilling, Edelschrott


Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 5 von „Der fortschrittliche Landwirt“


Weiters in dieser Ausgabe:

Brunsterkennung durch Managementhilfen
ÖAG Sonderbeilage: Zeigerpflanzen für Bodenwasserhaushalt und Säuregrad (Teil 2)



Aktualisiert am: 19.02.2013 11:02
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