Kosten in der Ferkelproduktion: Kleine Unterschiede, die Großes bewirken!

Die derzeitigen Erlöse können die Vollkosten kaum decken. Viele reden von den „Schräubchen“, an denen gedreht werden muss, um die Kosten zu senken. Dieser Beitrag versucht diese „Schräubchen“ zu finden und deren Einsparpotenzial zu beziffern.
Vermehrte Aufmerksamkeit während der Geburt und den ersten Lebenstagen der Ferkel kann Verluste und damit Kosten vermindern.
Vermehrte Aufmerksamkeit während der Geburt und den ersten Lebenstagen der Ferkel kann Verluste und damit Kosten vermindern.
Die jährlichen Betriebszweigauswertungen der in Arbeitskreisen organisierten Ferkelproduzenten (140 Betriebe) zeigen, dass es große Unterschiede in den betriebswirtschaftlichen Ergebnissen gibt. Das bessere Viertel der Betriebe erwirtschaftet eine durchschnittlich um 30 % höhere direktkostenfreie Leistung als der Durchschnitt der Betriebe. Die Wirtschaftlichkeit in der Ferkelerzeugung hängt stark von der Anzahl verkaufter Ferkel pro Sau und Jahr ab. Allerdings darf eine hohe Wurfleistung nicht zu teuer erkauft werden.

Ferkel kostet 12 Euro wendiger

Aus der Produktion ergeben sich jährliche Direktkosten von ungefähr 800 € pro Sau, unabhängig vom Leistungsniveau des Betriebes. Das bessere Viertel der Betriebe hat den Vorteil, die Kosten auf mehr Ferkel aufteilen zu können. Dadurch kann ein Betrieb des besseren Viertels ein Ferkel um durchschnittlich 12 € billiger produzieren.

Energiekosten

Einsparungen lassen sich für viele Betriebe auch beim Faktor „Energie“ realisieren. Hier liegt es vor allem in der Hand des Landwirts, gemeinsam mit Spezialisten so genannte Energiefresser aufzuspüren und vorhandene Steuerungs- und Einstellmöglichkeiten optimal auszunutzen. Eine Überprüfung der Einstellung bezüglich Solltemperatur (im Sommer lassen sich 22 °C Solltemperatur bei 32 °C Außentemperatur nicht realisieren), das Befreien der Abluftkanäle von Spinnweben sowie vernünftige Temperaturführung im Winter liegt in der Hand des Schweinehalters. Der Vergleich von Stromtarifen mit Berufskollegen kann „Aha-Erlebnisse“ auslösen, und mit etwas Verhandlungsgeschick sollte ein dem Stromverbrauch angepasster Tarif realisierbar sein.

Der Unternehmer

Viele Faktoren spielen in dieser schwierigen Situation zusammen. Einen sehr wesentlichen Faktor sollten wir dabei allerdings nicht vergessen: Den Unternehmer selbst. Er beobachtet die Tiere und erkennt heute, was morgen passieren soll und handelt entsprechend. Auch Betriebe mit mehr als 21 verkauften Ferkeln haben keinen höheren Kostenaufwand als leistungsschwächere. Sie ziehen ihren Vorteil vor allem aus dem besseren Management und dem gezielten Einsatz von Futter und Prophylaxemaßnahmen.

Fazit

Einsparpotenzial in der Sauenhaltung ist vorhanden. Nun ist die Zeit gegeben, um an den bekannten „Schrauben“ zu drehen, denn wer keine Ferkel hat, wenn die Preise fallen, hat auch keine, wenn sie wieder steigen!

Autorin: DI Barbara DOUPOVEC, LFI Niederösterreich


Autor:
Aktualisiert am: 10.03.2008 13:54
Landwirt.com Händler Landwirt.com User