Kooperationsprodukt Biogas

Strom aus Biogas hat das Experimentierstadium fast hinter sich, für ein paar innovative und unternehmerische Landwirte eröffnen sich neue Chancen. Man muss ja nicht gleich selbst eine Anlage bauen, eine Kooperation nutzt ja auch schon was.


Landwirtschat existiert in vielfältigen Formen, entsprechend variationsreich sind die Möglichkeiten für landwirtschaftliche Kooperationen. Dies ist in der bäuerlichen Energieproduktion auf der Basis von Biogas nicht anders.
Landwirtschat existiert in vielfältigen Formen, entsprechend variationsreich sind die Möglichkeiten für landwirtschaftliche Kooperationen. Dies ist in der bäuerlichen Energieproduktion auf der Basis von Biogas nicht anders.
„Ich mache die Rezeptur aus dem Bauch“, verrät Robert Gremel seine Futterrezeptur für den Reaktor. Seine Orientierungsgrößen: Farbe und Größe der Gasbläschen. Er „füttert“ täglich Silage, Getreide (Fehlchargen, dazu gibt es einen eigenen Markt) und 20-25 m³ an Rinder- oder Schweinegülle. Das setzt einen gesunden Tierbestand voraus, Medizinalfutter ist tabu. Der eigene Schweinebestand hat SPF-Status. Bei Bedarf mischt er Rindergülle („wirkt wie Bakterienauffrischung“), Schweinegülle oder Fehlproduktionen aus der Lebensmittelproduktion (zB Brot, das ist energiereich) bei.
Das Güllelager umfasst 4400 m³ im Fermenter und 5500 m³ im Endlager. Der Schweinebetrieb Gremel kann als Rohstoff 110 m³ aus der Vorgrube und 1600 m³ aus den Güllekanälen liefern.
Für heuer liegt das Produktionsziel bei 5,0 Mio. verkaufte kWh, Mitte Sepember waren davon bereits 4,2 Mio. erreicht.

Für die Anlieferung der Gülle zur Biogasanlage und das Abfahren der fermentierten Gülle verrechnet die Gremel GmbH normalerweise nichts. Gülleanlieferungs- und Ausbringungskosten werden vom Landwirt getragen. Der Landwirt kann auch selbst anliefern und abholen, muss sich aber vorher mit der Biogasanlage absprechen. Die Biogasanlage liefert den Landwirten als Dienstleistung die Gülleveredelung und übernimmt in gewisser Weise einen Teil der Lagerkapazität.
Liefert ein Landwirt Getreide, Silage oder Frischpflanzen, wird auf der Basis der Trockenmasse abgerechnet. Die Frucht wird ab Feld gekauft, der Preis orientiert sich am aktuellen Marktpreis. Auf dem Pachtmarkt tritt der Biogasproduzent nicht auf. „Unser Ziel ist der Erhalt möglichst vieler kleiner Betriebe in der Umgebung“, so Robert Gremel, und eine Konkurrenz über den Pachtmarkt wäre da sicher kontraproduktiv. „Und wir wollen natürlich auch keine Konkurrenz zu den Futterbaubetrieben.“

Text von RH

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Aktualisiert am: 01.12.2004 14:51
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