Konsumentenschützer testeten ESL-Milch

Die länger frische ESL-Milch (ESL steht für "extended shelf life" und bedeutet längere Haltbarkeit im Kühlregal) nimmt im heimischen Lebensmittelhandel immer mehr Platz ein. Der Verein für Konsumenteninformation hat nun getestet, ob die Milch auch tatsächlich so lange hält, wie angegeben.
Der VKI hat die verschiedensten ESL-Milchmarken auf ihre Haltbarkeit getestet.
Der VKI hat die verschiedensten ESL-Milchmarken auf ihre Haltbarkeit getestet.
Der Anteil an ESL-Milch am Trinkmilchabsatz beträgt mittlerweile nahezu 34%. Um festzustellen, ob diese Milch tatsächlich so lange haltbar ist wie angegeben, hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) 29 Proben am letzten Tag des Mindesthaltbarkeitsdatums untersuchen lassen. Darüber hinaus wurden die Milchproben sowohl von Experten als auch von Laien verkostet. Mikrobiologisch waren die Proben bis auf eine Ausnahme einwandfrei. Auch in geschmacklicher Hinsicht gab es keine Beanstandungen. Einige Proben wurden bei der Herstellung stärker erhitzt, sodass sich in dieser Hinsicht nur mehr ein geringer Unterschied zu einer Haltbarmilch ausmachen ließ, so der VKI.

Zwischen Frisch- und H-Milch
ESL-Milch stellt gewissermaßen einen Mittelweg zwischen Frisch- und Haltbarmilch dar. Sie ist ebenso wie pasteurisierte Milch nicht völlig keimfrei und muss daher gekühlt aufbewahrt werden. "Im Kühlschrank hält diese ungeöffnet 18 bis 30 Tage. Geöffnet ist sie aber ebenso wie pasteurisierte Milch innerhalb von drei bis vier Tagen aufzubrauchen", so VKI-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck.

Höhere Temperatur oder Mikrofiltration
Ihre längere Haltbarkeit verdankt diese Milch einer speziellen Behandlung: Durch Hocherhitzung wird sie innerhalb einiger Sekunden zum Beispiel mit heißem Dampf auf mindestens 85 Grad Celsius erwärmt und sofort wieder abgekühlt. Das ist mehr als bei der normalen Pasteurisation mit etwa 72 Grad. Durch die höheren Temperaturen werden mehr Keime abgetötet. Vitamine und Nährstoffe der Milch sowie der frische Geschmack bleiben weitgehend erhalten. Bei einem zweiten, alternativen Verfahren wird die ESL-Milch vor dem Erhitzen speziell gefiltert (Mikrofiltration), um Keime aus der Rohmilch abzutrennen. Nach dieser Vorbehandlung reichen geringere Temperaturen als 85 Grad aus, um denselben Frischhalteeffekt zu erreichen. (AIZ)

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Aktualisiert am: 23.09.2010 19:59
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