Konsumenten auf Bio-Geschmack bringen

Die aktuelle wirtschaftliche Situation hat auch den Markt für Biolebensmittel unter Druck gebracht. Die stark gesunkenen Preise für konventionell erzeugte Produkte lassen die Konsumenten immer häufiger zu diesen billigeren Angeboten greifen. Die kommenden Aktionstage sollen die Konsumenten wieder mehr von Bio überzeugen.
16 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche werden in Österreich biologisch bewirtschaftet.
16 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche werden in Österreich biologisch bewirtschaftet.
Der Umsatzrückgang bei ökologisch erzeugter Milch und Butter beträgt heuer bereits 5 bis 10%, teilte der Geschäftsführer der Agrarmarkt Austria Marketing, Stephan Mikinovic, mit. Die Bio-Preise von den konventionellen zu entkoppeln, sei aber nicht möglich. "Da sind wir in einer Schicksalsgemeinschaft ", ergänzte Bio Austria-Obmann Rudolf Vierbauch. In den kommenden Wochen soll eine breite Aktionskampagne dazu beitragen, die Verbraucher über die vielfältigen Vorteile ökologisch hergestellter Lebensmittel zu informieren.

Zahl der ökologisch bewirtschafteten Fläche steigt
In Österreich bewirtschaften derzeit rund 21.000 Landwirte 16 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche nach ökologischen Richtlinien. Das entspricht etwa 410.000 Hektar ohne Almen. Im Umweltprogramm 2009 haben um 5% mehr Landwirte an der Maßnahme "Bio" teilgenommen. Einer aktuellen Studie zufolge sind bei der ökologischen Wirtschaftsweise die CO2-Emissionen in der pflanzlichen und tierischen Produktion um 30 bis 66% geringer als bei der konventionellen. Zusätzliche Vorteile für die Umwelt ergeben sich aus dem Einsatzverbot von leicht löslichen Stickstoffdüngern und der Humusmehrung. Wissenschaftlich erwiesen sei auch der Gewässerschutz - sowohl für Grund- als auch für Oberflächengewässer - durch den deutlich geringeren Nitrateintrag.

Aktionstage
Bereits zum 4. Mal steht Österreich von 10. bis 19.09.2009 ganz im Zeichen von "Bio ". Bei Verkostungen, Hoffesten, Tagen der offenen Tür, an Infoständen und durch mehr als 100 Milchboten sollen die Vorteile des Ökolandbaus für Mensch und Umwelt zu den Konsumenten transportiert werden. "Es gilt drei Ziele zu erreichen: Erstens von den Vorteilen dieser Produkte zu überzeugen und mehr Orientierung zu schaffen und zweitens neue Zielgruppen zu gewinnen. Heuer spricht die Kampagne Schwangere beziehungsweise junge Mütter an. Weiters setzen wird den Fokus auf die Gastronomie, der wir mittels eines Handbuches das Leistungsspektrum der Bioproduzenten näher bringen und sie darüber informieren, wo sie welche Zutaten erhalten. Und drittens müssen wir neue Absatzmärkte erschließen, weshalb die AMA heuer erstmals auf der weltgrößten Lebensmittelmesse, der Anuga (10. bis 14.10.2009 in Köln), in der neuen Halle mit einem Stand vertreten sein wird ", so Mikinovic. Für die betroffenen Landwirte seien die Aktionstage eine willkommene Gelegenheit, "eine enge Klammer zwischen Konsumenten und Bauern herzustellen ", so Obmann Vierbauch, und die Verbraucher davon zu überzeugen, "dass die Bio-Landwirtschaft mehr zu bieten hat ".


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Aktualisiert am: 10.09.2009 10:18
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