Kongskilde Vibro Flex 7430: Einer für alle Fälle

Der Name Kongskilde steht international einerseits für Maschinen zur Getreidelagerung, andererseits versucht sich Kongskilde in den letzten Jahren auch einen Namen bei den Bodenbearbeitungsmaschinen zu schaffen. Was von diesen Maschinen zu halten ist, hat „Der fortschrittliche Landwirt“ letzten Herbst mit einem Grubber von Kongskilde getestet.
Der Strichabstand beträgt 23 cm. Selbst beim Grubbern von gemulchter Grünbrache mit vielen Ernterückständen kam es zu keinerlei Verstopfungen.
Der Strichabstand beträgt 23 cm. Selbst beim Grubbern von gemulchter Grünbrache mit vielen Ernterückständen kam es zu keinerlei Verstopfungen.
Lange war es ruhig um das traditionsreiche Unternehmen Kongskilde. So geriet der dänische Landtechnikhersteller nach verschiedenen Akquisitionen in finanzielle Schwierigkeiten. Inzwischen wurde Kongskilde vom dänischen Unternehmen DLG übernommen. Bei der DLG handelt es sich um ein großes Dienstleistungsunternehmen für die Landwirtschaft. Mit der Übernahme hat Kongskilde nun einen starken Eigentümer, der sich klar zur Landtechnik bekennt. Das beweist unter anderem die letztes Jahr neu eröffnete Produktionsstätte in Polen. Dort stellt Kongskilde vor allem seine Ackerbaumaschinen her. Dabei gibt sich der Hersteller sehr selbstbewusst und behauptet, dass die im Osten produzierten Maschinen jedem Vergleich mit westlicher Technik standhalten können. „Der fortschrittliche Landwirt“ wollte es genau wissen und hat darum den neuen Grubber Vibro Flex 7430 zur Herbstbestellung letztes Jahr getestet.

Federzinken auf vier Reihen
Beim Vibro Flex handelt es sich um einen modernen Grubber, dessen Zinken auf vier Reihen aufgeteilt sind. Diese Bauweise ermöglicht den Einsatz von vielen Zinken, ohne dass dabei eine höhere Verstopfungsgefahr auftritt. Unser drei Meter breite Maschine Vibro Flex 7430 war mit dreizehn Zähnen bestückt. Daraus errechnet sich ein theoretischer Strichabstand von 23 cm. In der Tat kam es im Test, auch beim Einsatz in einer gemulchten Grünbrache mit vielen Ernterückständen, zu keiner Verstopfung, und wir können ihm diesbezüglich gute Noten vergeben. In diesem Zusammenhang positiv hervorzuheben wäre auch die gute Durchmischung des Bodens mit Ernterückständen. Der Name Vibro Flex ist ein Hinweis auf die Grubberzinken. So sind seine Zähne ähnlich aufgebaut wie die Federzinken bei einer Kulturegge. Natürlich handelt es sich um eine massive Ausführung, die auch einen Einsatz zur tieferen Bodenlockerung ermöglicht. Diese Federzinken haben den Vorteil, dass sie einerseits bei der Arbeit eine Walkbewegung haben. Das soll laut Hersteller die Durchmischung des Bodens mit den Ernterückständen fördern. Andererseits können die Federzinken durch ihre Beweglichkeit einem festen Hindernis wie zum Beispiel einem Stein nach oben und auch bedingt zur Seite ausweichen.
Wir haben den Grubber nur auf steinfreien Parzellen eingesetzt und können daher seine „Steineignung“ nicht beurteilen. Nichtsdestotrotz sollte man aber bedenken, dass bei einer übermäßigen Beanspruchung der Zinken die Blattfedern brechen können und es sich um keinen vollwertigen Ersatz einer Nonstop-Steinsicherung handelt. Dafür bietet Kongskilde auch ein Modell mit einer mechanischen Steinsicherung an.
Bei den Scharen bietet Kongskilde verschiedene Möglichkeiten. Unser Testkandidat war mit einem so genannten Mixing-Schar ausgestattet. Dabei handelt es sich um ein zweiteiliges Schar. Ein Teil besteht aus einem Flügelschar, das den Boden komplett auf der ganzen Arbeitsbreite durchschneidet. Im Test wurde der Boden auch bei einer flachen Bearbeitung stets durchgeschnitten. Beim zweiten Teil handelt es sich um eine wendbare Scharspitze mit einer Breite von 6,5 cm. Der Grubber ist gemäß Kongskilde je nach Boden auf eine maximale Arbeitstiefe von 15 bis 20 cm ausgelegt. In Anbetracht des engen Strichabstands ist man gut beraten, wenn man bei tiefen Bearbeitungseinsätzen die Flügelschare abmontiert und nur mit den Spitzen arbeitet.

Fazit: Sicher kein Mauerblümchen
Kongskilde hat die Produktion der Bodenbearbeitungsmaschinen vollkommen nach Polen verlagert. Das ist kein Nachteil, jedenfalls präsentierte sich der getestete Grubber Vibro Flex 7430 von seiner besten Seite. Er konnte durch eine gute Verarbeitung und mit einer guten Lackierung überzeugen. Außerdem arbeitete er unter allen Bedingungen verstopfungsfrei und mischte auch viele Ernterückstände gut ein. Weniger überzeugen konnten die Federzinkenzustreicher. Sie hinterließen keine ebene Oberfläche.

Autoren: Stephan SCHMIDLIN, Wahlen (CH) und Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Aktualisiert am: 06.05.2010 14:17
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