Kompost – komfortable Einstreualternative

Stroh als Einstreu ist zu einem wesentlichen Kostenfaktor in der Milchviehhaltung geworden. Günstige Einstreusysteme sind vor allem im Grünlandgebiet gesucht. Hier finden Sie Alternativen zu Stroh und Sägespänen.
Kompost als Einstreumaterial bildet eine kompakte, verformbare Liegefläche. Stroh als Deckschicht ist nicht zwingend notwendig.
Kompost als Einstreumaterial bildet eine kompakte, verformbare Liegefläche. Stroh als Deckschicht ist nicht zwingend notwendig.
Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART untersuchte, ob sich Kompost sowie Feststoffe als Einstreu in Liegeboxen für Milchvieh eignen. Der Bogen spannte sich von der Euterhygiene bis hin zur Arbeitswirtschaft.

Kompost ist billig
Der Vorteil von Kompost ist der tiefe Preis von weniger als 16 € pro Kubikmeter ab Kompostwerk. Der Nachteil von Feststoffen sind die hohen Investitionen für den Separator (Pressschnecke) von 26.400 €. Eine solche Investition lohnt sich im Vergleich zur Stroh-Mist-Matratze nur für größere Betriebe ab 80 Plätzen oder bei überbetrieblicher Nutzung. Eine Möglichkeit zur Kostenreduktion sind alternative, sehr preiswerte Separatorvarianten wie beispielsweise ein Bogensieb für 9400 € (inklusive Beschickung und Entwässerung). Nicht berücksichtigt wurden bei dieser Berechnung die Investitionen bei der Güllegrube (zB Reduktion durch kleineres Volumen) sowie für eine Vorgrube und einen Separierplatz.

Fazit
Kompost und Feststoffe aus der Separierung von Gülle als Einstreu sind mit Blick auf Tiergerechtheit, Hygiene und Arbeitszeit für die Liegeboxenpflege mit einer Stroh-Mist-Matratze vergleichbar. Faktoren, die die Tiergerechtheit sowie die Keimgehalte von Liegeboxen und Milch positiv beeinflussen, sind eine ausreichende Einstreumenge, trockene, saubere und gepflegte Liegeflächen sowie geeignete Abmessungen der Liegeboxen. Ein Vorteil von Kompost sind die niedrigen Materialkosten. Die Anschaffung eines Separators ist nur bei größeren Betrieben oder bei überbetrieblicher Nutzung sinnvoll.
Bei einem Neubau beziehungsweise beim Neueinrichten der Liegeflächen sollten sich Landwirte bereits in der Planungsphase mit der Einstreu auseinandersetzen. Dabei das gesamte Verfahren von der Herstellung oder vom Kauf bis zur Nachverwendung der Einstreu zu berücksichtigen.

„Landwirt“-Tipp:
Mehr Informationen zu den Untersuchungen finden Sie auf www.art.admin.ch

Autoren: Sabine SCHRADE und Michael ZÄHNER, ART, Tänikon (CH)


Autor:
Aktualisiert am: 11.11.2008 10:57
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