Kommt ein Verbot für Neonikotinoide?

Ab 1. Dezember 2013 wird voraussichtlich die Nutzung bestimmter neonikotinoider Wirkstoffe für vorerst zwei Jahre in der Europäischen Union eingeschränkt. Wozu dienen Neonikotonoide und welche Probleme können aus diesem Verbot entstehen?
Neonikotinoide Beizmittel werden in Österreich vorwiegend als Beizmittel für einen Teil der Maisflächen verwendet.
Neonikotinoide Beizmittel werden in Österreich vorwiegend als Beizmittel für einen Teil der Maisflächen verwendet.
Ab 1. Dezember 2013 wird die Nutzung der neonikotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiametoxam für vorerst zwei Jahre in der Europäischen Union eingeschränkt. Zwar fand sich im Berufungsausschuss der Mitgliedstaaten keine qualifizierte Mehrheit für den Kommissionsvorschlag, allerdings ist damit die Kommission selbst wieder am Zug und kann das Verbot in Eigenregie durchsetzen. Der zuständige EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg kündigte an, die nächsten Schritte in den kommenden Wochen einzuleiten. Spätestens nach zwei Jahren sollen die Erfahrungen mit der neuen Bestimmung evaluiert werden.

EFSA fordert weitere Studien
Im Ausschuss hatten sich 15 Länder für den Kommissionsvorschlag ausgesprochen. Acht Staaten - darunter auch Österreich - stimmten gegen den Vorschlag, vier enthielten sich. Daraufhin ist in Österreich eine überwiegend parteipolitisch motivierte und komplett überflüssige Diskussion entstanden, zumal der Spielball nun bei der EU-Gesundheitskommission in Brüssel und nicht in Wien liegt. Ursache der parteipolitischen "Kampfansagen" gegen Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich war dessen Gegenstimme im Berufungsausschuss. Es fehle noch immer an einer sachlichen Grundlage, so das Argument Berlakovich'. Damit schlägt er in die gleiche Kerbe wie die EFSA, die noch weitere Studien fordert. Ein Wissenschaftsgremium soll nun die vorhandenen Studien analysieren.

Was sind Neonikotinoide?
Neonikotinoide Beizmittel werden in Österreich vorwiegend als Beizmittel für einen Teil der Maisflächen verwendet. Sie bekämpfen den wichtigsten Schädling im Maisanbau, den Maiswurzelbohrer. In wieweit diese Neonikotinoide Einfluss auf das Bienensterben haben, wird - je nach Studie - unterschiedlich bewertet.
Zum Schutz der Bienenvölker wurde zuletzt der max. Abrieb der Beizmittel auf 0,75g/100.000 Körner halbiert. Außerdem gilt eine maximale Windgeschwindigkeit bei der Maissaat von 5 m/s. Abdriftmindernde Sätechnik ist zu verwenden. Außerdem wurde in Österreich eine verpflichtende Fruchtfolge eingeführt, die nur mehr drei Mal Mais in vier Jahren auf der gleichen Fläche erlaubt.

Aktualisiert am: 08.05.2013 07:42
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