Kommt der Hochschnitt?

Die Frage nach der optimalen Stoppellänge wird immer wieder gestellt. In der Regel wird sie mit den Abstand zwischen Zeigefinger und Daumen beantwortet. In der Getreideernte gilt nach wie vor – so kurz wie möglich.
Die untersten Halmteile sind am schwersten zu ernten. Beim Hochschnitt kann der Mähdrescher seine Leistung voll ausfahren.
Die untersten Halmteile sind am schwersten zu ernten. Beim Hochschnitt kann der Mähdrescher seine Leistung voll ausfahren.
Gerade pfluglos wirtschaftende Betriebe legen größten Wert auf kurze Stoppel, weil sie ihren Boden nur flach bearbeiten. Mit Blick auf die Folgearbeiten sind kurze Stoppeln richtig – sie verrotten schneller als lange und bereiten weniger Probleme. Aber, kurze Stoppeln werden teuer erkauft. Gerade die unteren 10 – 20 cm sind für den Mähdrescher am schwersten zu ernten. In diesem Bereich sind die Stoppeln am dicksten. Das fordert 15 – 20 % der Druschleistung, weil das Stroh alle Arbeitsorgane des Mähdreschers passieren muss. Im unteren Bereich führt das Stroh noch am meisten Wasser. Es kommt zu einer höheren Wiederbefeuchtung des Korns im Dreschwerk. Die feuchten Stängelteile werden im Dreschwerk ausgepresst und das Wasser geht auf die Körner über. 1 % höhere Feuchtigkeit des Korns im Bunker bedeutet schon ca. 5 €/t Mehrkosten. Bei einem Ertrag von 70 dt/ha sind das schon 35 €/ha.

Fazit
Mähdrescher werden immer mehr zu Strohverarbeitungsmaschinen. Das Stroh muss sämtliche Arbeitsorgane des Mähdreschers passieren, um dann am Ende, ungenügend verteilt, wieder auf dem Acker zu verbleiben. Das erhöht die Mähdruschkosten und verschlechtert das Strohmanagement.
Beim Hochschnitt wird das Schneidwerk kurz unterhalb der Ähren geführt und schneidet nur die Ähren ab. Das erhöht deutlich die Maschinenleistung, die Gesamternteverluste sinken, die Ernte wird trocken und sicher eingebracht, die Qualitäten belieben erhalten. Energie und Kraftstoffverbrauch sinken.
Mit steigenden Energiepreisen und sinkenden Gewinnspannen mobilisiert die Praxis diese Alternativen.
Selbst mit dem zusätzlichen Arbeitsgang des Strohhäckselns ist der Hochschnitt noch preiswerter als der konventionelle Drusch.
Über eine angepasste Mähdreschereinstellung ist der Bruchkornanteil gering.
Der Hochschnitt muss jedoch als integraler Bestandteil der Ernte vorbereitet werden, sonst kann sich der Nutzen nicht entfalten.

Linktipp: www.feiffer-consult.de

Autorin: Andrea FEIFFER, feiffer consult, Sondershausen (D)


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Aktualisiert am: 22.06.2006 17:33
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