Kolik bei Pferden bedeutet Lebensgefahr

Die Pferde sind unruhig, fressen und saufen nicht, scharren, schauen in Richtung Bauch, schlagen sich gegen den Bauch, legen sich immer wieder hin und versuchen auch sich zu wälzen - das sind Anzeichen für eine Kolik.
Bei starken Schmerzen zeigen die Pferde aufgerissene Augen, eine stoßweise Atmung, aufgezogene Flanken, sowie Schweißausbrüche. Es besteht Lebensgefahr- daher bei den geringsten Anzeichen reagieren und sofort Tierarzt verständigen.

Mögliche Auslöser für eine Kolik

  • Giftpflanzen: (Beeren) Eibe, gemeiner Buchsbaum, Robinie, Thuja, Seidelbast, gemeiner Liguster, Eiche, Pfaffenhütchen, Sadebaum, Oleander, Lupine, Nachtschatten, Ackerbohne, Rittersporn, Rhododendron, Engelstrompete, blauer Eisenhut, gefleckter Schierling, Wasserschierling, Sumpfschachtelhalm, Adlerfarn, Christrose, roter Fingerhut, Tollkirsche
  • Erkrankungen: Borreliose, E(quine)V(irus)A(rteritis), Vergiftungsrehe, Magengeschwüre, Schimmelpilzvergiftungen
  • Falsche Fütterung: abrupte Futterumstellung, bzw. die Verwendung von verdorbenen oder verpilzten Futtermitteln
  • Haltung, Umgang: unhygienische, schlechte Haltungsbedingungen, steter stressbehafteter Umgang


Fütterung
Die Verdauung des Futters beginnt in der Maulhöhle durch zerkleinern und einspeicheln. Dies wird durch lange Futteraufnahmezeiten positiv beeinflusst. Durch rohfaserreiches Heu, hochwertiges Stroh und ganzen Hafer wird das natürliche Kaubedürfnis des Pferdes gestillt - Kraftfuttergaben stets nach dem Heu. Die längere Kaudauer und die vermehrte Speichelsekretion bewirken eine schleimhautschützende und bakteriostatische Wirkung. Das Futter wird gleitfähiger.

Behandlung einer Kolik
In schweren Fällen ist eine Operation unumgänglich, um Verschlingungen zu lösen und abgeklemmte und/oder abgestorbene Darmabschnitte zu entfernen. Je rascher eine Kolikoperation durchgeführt wird, umso besser sind die Erfolgsaussichten. Fotoquelle: VetMedUni Leipzig
In schweren Fällen ist eine Operation unumgänglich, um Verschlingungen zu lösen und abgeklemmte und/oder abgestorbene Darmabschnitte zu entfernen. Je rascher eine Kolikoperation durchgeführt wird, umso besser sind die Erfolgsaussichten. Fotoquelle: VetMedUni Leipzig

Eine Kolik ist ein medizinischer Notfall, der mit krampflösenden, schmerzstillenden und/oder kreislaufstabilisierenden Medikamenten behandelt wird. In schweren Fällen ist eine Operation unumgänglich, um Verschlingungen zu lösen und abgeklemmte und/oder abgestorbene Darmabschnitte zu entfernen. Je rascher eine Kolikoperation durchgeführt wird, umso besser sind die Erfolgsaussichten.

Kolikformen

  • Krampfkolik: Die Tiere leiden unter oft mehrere Minuten andauernden Schmerzattacken, verbunden von einem schmerzbegleitetem Drang Kot und Harn abzusetzen. Anfänglich ist hierbei das Auftreten von Durchfall zu beobachten, was über ausbleibenden Kotabsatz schließlich in einem Darmverschluss endet.
  • Gaskolik: Tritt bei sehr starken Koppern und durch Aufnahme von großen Mengen gärenden Futters auf. Durch die Gärgase sind Darmanteile stark gespannt, verursachen große Schmerzen. Sie können sich sogar verdrehen und ein Darmverschluss kann entstehen.
  • Verstopfungskolik: Die entsteht in Folge von Zahnproblemen, wenn die Nahrung nicht genügend gekaut und eingespeichelt wird. Darmträgheit – die ihre Ursache meist in Bewegungsmangel hat – und/oder durch einen zu hohen Strohanteil in der Ration können die Ursache sein.
  • Sandkolik: Die tritt auf, wenn Pferde auf Weiden mit sehr kurzer Grasnarbe gehalten werden und die Wurzeln mitfressen. Das aufgenommene Erdreich führt letztlich zum Darmverschluss.
  • Magenkolik: Entsteht durch eine zu schnelle Aufnahme von großen Mengen Futter, das im Magen womöglich auch noch aufquillt (z.B.Rübenschnitzel).Da sich das Pferd nur bedingt erbrechen kann, kommt es in solchen Fällen oft zu einer Magenriss.


BEI EINER KOLIK RASCH REAGIEREN – SOFORT TIERARZT RUFEN !


Aktualisiert am: 30.09.2014 11:29
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