Körnertrocknung, Körnerlagerung und Vermahlung

Sowohl an Getreide für die Nahrungskette (=Lebensmittel) als auch zur Verfütterung werden höchste Anforderungen an die qualitative Beschaffenheit gestellt. Hinzu kommt, dass Getreide als Lebensmittel beziehungsweise als Futtermittel sicher sein muss. Einen ausgezeichneten Überblick zum gegenwärtigen Technikstand in der Getreidetechnik bot die Agritechnica 2007 in einer eigenen Halle.
Für jede betriebliche Situation gibt es heute die optimale Kombination an Reinigungstechnik, Lagerungsmöglichkeiten und Transporteinrichtungen.
Für jede betriebliche Situation gibt es heute die optimale Kombination an Reinigungstechnik, Lagerungsmöglichkeiten und Transporteinrichtungen.
Große, leistungsfähige und in verschiedenen Details weiterentwickelte Umlauf- und Durchlauftrockner dominierten das Ausstellungsangebot. Dächertrockner waren der vorherrschende Gerätetyp, weniger häufig waren Anlagen zur Belüftungstrocknung. Körnerkühlgeräte sowie Techniken zur Säurekonservierung ergänzten das Angebot. Das Interesse an Alternativen zur klassischen Warmlufttrocknung ist vor allem auf die drastisch gestiegenen und aller Voraussicht nach weiter steigenden Energiepreise zurück zu führen. Die zunehmende Bedeutung der Qualitätssicherung bei der Körnerlagerung zeigte sich durch ein reichliches Angebot an Reinigungseinrichtungen sowie Anlagen zur Lagerüberwachung.
Die Warmlufttrockner zeichneten sich sowohl durch eine gezielte Führung der Trocknungsluft wie auch durch Weiterentwicklungen bei der Austragungstechnik sowie der Regelungs- und Überwachungselektronik aus. Damit lässt sich das Korn nicht nur effizienter sondern auch energiesparender trocknen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Trockner im Teilumluftbetrieb arbeitet. Ausgerüstet waren die Trocknungsanlagen in der Regel mit indirekt beheizten Warmlufterzeugern. Trotz technischer Weiterentwicklungen ist bei dieser Ausführung der Warmlufterzeugung ein gewisser Energieverlust unvermeidlich, da die heißen Rauchgase durch einen Kamin abgeleitet werden. Die indirekt beheizten Warmlufterzeuger erfordern eine wesentlich größere Aufstellungsfläche als die direkt beheizten. Insbesondere bei der Maistrocknung ist aufgrund der hohen Ausgangsfeuchten ein höherer Aufwand an Heizöl für den Trocknungsprozess unumgänglich. Als Alternative zur Ölbefeuerung bieten einige Hersteller Wärmetauscher zur Nutzung der Abwärme von Biogasanlagen. Als Alternative zum Heizöl- oder Gasbrenner lassen sich indirekt beheizte Warmlufterzeuger auch mit Hackschnitzelbrennern ausrüsten. Der deutliche Mehrpreis erfordert allerdings größere Tocknungsanlagen mit einer langen Trocknungskampagne sowie den Bezug preisgünstiger Hackschnitzel.

Technik für hofeigene Mischungen
Die in der landwirtschaftlichen Mahl- und Mischtechnik eingesetzten Mischer verfügen gewöhnlich über eine Schnecke als Mischorgan. Im Normalfall steht die Schnecke senkrecht im Mischer. Sollen in Sonderfällen schwer fließende Futterkomponenten, beispielsweise Öle, Fette, Melasse oder Feuchtgetreide eingemischt werden, empfehlen sich Mischer mit schräg stehenden Mischorganen. Industriemischer mit liegendem Mischorgan, wie sie auch für landwirtschaftliche Anlagen angeboten werden, haben aufgrund ihres höheren Preises bislang in landwirtschaftlichen Mahl- und Mischanlagen nur eine begrenzte Verbreitung gefunden. Allerdings verkürzen sie den Mischvorgang erheblich und lassen sich relativ einfach vollständig entleeren.
Insgesamt bieten die spezialisierten Hersteller von Mahl- und Mischanlagen ein umfangreiches Angebot an Mischern verschiedener Größen, um unterschiedlichsten Praxisanforderungen gerecht zu werden.

Autor: Prof. Dr. Josef ECKL, Fachhochschule Weihenstephan


Aktualisiert am: 21.03.2008 11:08
Landwirt.com Händler Landwirt.com User