Körnerleguminosen - Welche ist für mich die Richtige

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Hülsenfrüchte gewinnen immer mehr an Attraktivität. Besonders tierhaltende Betriebe würden gerne ihr eigenes Protein produzieren. Doch welche passt auf welchen Standort?
Soja reift nur bis ca. 500 m Seehöhe richtig ab. Foto: Böck
Soja reift nur bis ca. 500 m Seehöhe richtig ab. Foto: Böck
Immer mehr Landwirte wollen in ihren Futterrationen auf Importsoja verzichten und das benötigte Eiweiß selbst produzieren. Körnerleguminosen sind dafür die richtige Wahl. Sie sind eine gute Abwechslung in getreide- und maislastigen Fruchtfolgen. Sie gelten als optimale Vorfrüchte, stellen gleichzeitig aber selbst keine Ansprüche an die Vorfrucht.

Sojabohne
Soja ist bei den Klimabedürfnissen ähnlich dem Mais. Sie liebt Wärme, verträgt keinen Frost und reift daher auch nur in den Körnermais-Anbaugebieten richtig ab. Soja sollte erst ab einer Bodentemperatur von 10 °C ausgesät werden. In unseren Breiten werden nur 00- bis 0000- Sorten angebaut. In einem Versuch im oberösterreichischen Innviertel im Jahre 2014 reiften 000-Sorten auf 500 m Seehöhe noch ab. An den Boden stellt Soja keine allzu großen Ansprüche. Er sollte nur tiefgründig genug sein, damit sich die Pfahlwurzel optimal ausbilden kann. Außerdem benötigt Soja genügend Kalk und einen pH-Wert zwischen 6 und 7. Im sauren Milieu leidet die Knöllchenausbildung, und der Soja versorgt sich nicht selbst mit Stickstoff. Soja benötigt zwischen der Blüte und der Kornfüllung zwischen 200 und 250 mm Wasser. Soja lässt sich sehr leicht in eine Fruchtfolge einbauen. Aufpassen sollten Sie jedoch bei den Kulturen, die anfällig für Sklerotinia sind, wie Raps und Sonnenblumen. Hier sollten Sie einen Anbauabstand von vier Jahren einhalten.

Ackerbohnen lieben tiefgründige und schwere Böden mit einem hohen Wasserhaltevermögen. Foto: Landpixel
Ackerbohnen lieben tiefgründige und schwere Böden mit einem hohen Wasserhaltevermögen. Foto: Landpixel
Ackerbohne
Die Ackerbohne ist eine heimische Kultur und im Gegensatz zur Sojabohne fühlt sie sich in kühl-feuchten Regionen sehr wohl. Auf der anderen Seite zeigt die Ackerbohne bei Trockenheit und Hitze sehr schnell Welkerscheinungen. Die Ackerbohne benötigt sehr viel Wasser, daher bevorzugt sie schwere Böden, die das Wasser gut halten können. Auf leichten Sandböden – mit schlechter Wasserversorgung – fühlt sie sich hingegen nicht besonders wohl. Die Ackerbohne kann bis in eine Höhe von 700–800 m angebaut werden. Sie sollten aber bedenken, dass die Ackerbohne kalkliebend ist. Auf sauren Urgesteinsböden sollten Sie vor der Saat kalken. In der Fruchtfolge sollte sie nur alle vier Jahre stehen. Anders als Soja sollte Ackerbohne zeitig in den Boden. Sie keimt ab einer Temperatur von 5 °C und erträgt Fröste bis –5 °C. Ab Anfang März können Sie – wenn der Boden befahrbar ist – die Saat einplanen. Der Boden sollte aber gut abgetrocknet sein. Sie sollten die Bohne keinesfalls in den Boden hineinschmieren, nur um früh zu säen.

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Aktualisiert am: 07.12.2016 14:35