Klimawandel und Landwirtschaft

Der Klimawandel ist eine Realität. Die Treibhausgase steigen weiter. Wie viel Zeit bleibt uns noch? Die zunehmenden Wetterkapriolen erfordern neue Strategien der Landwirte.
Ein Wechsel von Hagel und massiven Trockenperioden haben immer größeren Einfluss auf die Landwirtschaft.
Ein Wechsel von Hagel und massiven Trockenperioden haben immer größeren Einfluss auf die Landwirtschaft.
Die Auswirkungen der Erwärmung und die Folgen der ungleichen Verteilung der Niederschläge sind vielfältig und nicht konkret abschätzbar. Von alters her gewohnte Zeitabläufe verändern sich, die Blüte der Früchte erfolgt früher, alles reift früher. Die Vegetationsperiode wird länger und ermöglicht zusätzliche Nutzungen der früh räumenden Felder. Die geringere Wasserspeicherung im Winter und die häufigeren Trockenperioden verlangen neue Strategien in der Bodenbewirtschaftung.

Ackerbau mit neuen Vorzeichen
Pflanzen mit hohem Wasserverbrauch wie etwa Hafer und Ackerbohne werden es schwerer haben. Für Sommerungen wird es generell schwieriger. Wärmeliebende Insekten wie Blattläuse werden zunehmen und einen vermehrten Pflanzenschutzeinsatz führen. Auch die Bodenbearbeitung wird unter neuen Vorzeichen gesehen werden. Die Ziele der Bodenbearbeitung werden heißen: Wasser sparen und Kohlendioxyd binden.

Das Grünland kommt unter Druck
Speziell gefährdet sind Gebiete, in denen die durchschnittliche, jährliche Niederschlagsmenge bei weniger als 700 mm liegt. Eine Umstellung der Grünlandzusammensetzung auf trockenresistentere Pflanzenarten wird notwendig werden.

Auch der Wald bleibt nicht verschont
Durch den zunehmenden Trockenstress und steigenden Insektenschäden (Borkenkäfer) kommt in den nächsten Jahrzehnten besonders die Fichte unter Druck. Andere Baumarten wie Eiche, Kiefer und Buche werden die relativen Gewinner des Klimawandels sein, weil sie mit weniger Niederschlägen auskommen.

Die Beobachtungen seit 1950 belegen, dass die Zahl großer wetterbedingter Naturkatastrophen auf ein Mehrfaches zugenommen hat. Für den stark ansteigenden Schadentrend sind neben dem Klimawandel wesentlich auch das Bevölkerungswachstum, ein steigender Lebensstandard sowie eine Konzentration von Sachwerten in Ballungsräumen und exponierten Gebieten verantwortlich.

Aktualisiert am: 25.07.2017 11:50
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