Klimawandel: Landwirtschaft immer öfter und stärker von Schäden betroffen

Der Weltklimarat hat es in einem neuen Sonderbericht bestätigt: Durch den vom Menschen verursachten Klimawandel haben sich Wetterextreme erschlimmert und werden in Zukunft häufiger, länger und intensiver auftreten.
Dr. Kurt Weinberger, Österr. Hagelversicherung; Johann Seitinger, Landesrat Stmk. und Dr. Reinhard Mechler, Weltklimarat, (v.li) wiesen auf die zukünftig noch stärkere Betroffenheit der Landwirtschaft durch den Klimawandel hin.
Dr. Kurt Weinberger, Österr. Hagelversicherung; Johann Seitinger, Landesrat Stmk. und Dr. Reinhard Mechler, Weltklimarat, (v.li) wiesen auf die zukünftig noch stärkere Betroffenheit der Landwirtschaft durch den Klimawandel hin.
In Europa ist auch der Alpenraum − und damit Österreich − eine der am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffenen Regionen, so die Studie des Weltklimarates IPCC. Mit einer Zunahme der jährlichen Durchschnittstemperatur von 2° C weist die Region bereits eine mehr als doppelt so hohe Erwärmungsrate gegenüber dem globalen Durchschnitt auf.
Zwei Drittel der Landesfläche in Österreich liegen im Alpenraum. Auch in Österreich werden Wetterextreme häufiger und intensiver auftreten und die Anzahl der Katastrophenereignisse steigen. Generell wird es im Sommer trockener und heißer, bei gleichzeitiger Zunahme von Starkniederschlägen in kürzester Zeit. Wetterextreme, zunehmende saisonale Wasserknappheit, Hochwasser- und Naturgefahren, Gletscherschmelze und der Rückgang von Dauerfrost-Böden werden in Zukunft die Alpen prägen.

Was ist zu tun?

Dr. Reinhard Mechler, einer der Autoren des Sonderberichtes unterstreicht die verschiedenen Maßnhahmen gegen den Klimawandel, wie etwa die Reduktion der Treibhausgase, Aufbau eines verbesserten Frühwarnsystems gegen Wetterextreme, eine verbessterte Raumplanung, gebietsweise Bewässerung, Armutsbekämpung
und Ausbau des Versicherungssystems.


Grenze der Versicherbarkeit

Dr. Kurt Weinberger von der Österreichischen Hagelversicherung prognostiziert neben vermehrten Starkniederschlägen genauso eine zunahme der Hitzetage. Waren es 1980 noch 8 pro Jahr, so stieg deren Anzahl 2010 bereits auf 15 an. Für 2050 werden bereits 40 Hitzetage/Jahr vorhergesagt und für das Jahr 2100 sind es mehr als 80 Tage.
In manchen Regionen wird in Zukunft die Grenze der Versicherbarkeit erreicht werden, so Weinberger. Einzelne Kulturen werden nicht mehr versichert werden können, weil die Schäden öfter auftreten.


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Aktualisiert am: 03.07.2012 05:16
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