Klimaforscher rufen zur Energiewende auf

Am 17. Jänner war mit 1000 Teilnehmern Auftakt der internationalen Biomassekonferenz in Graz. Die versammelten Klima- und Energieexperten rufen zu einer raschen auf. Eine drastische Änderung der Klimapolitik sei nur mit neuen Technologien zu erreichen.
Warnen vor Klimafolgen: Landwirtschaftskammerdirektor Winfried Eberl, Dr. Heinz Kopetz, Präsident des europäischen und österreichischen Biomasseverbandes, Christopher Flavin, Präsident des World Watch Institute, Washington und Ottmar Edenhofer vom Potsdam Institut für Klimaforschung, Deutschland.
Warnen vor Klimafolgen: Landwirtschaftskammerdirektor Winfried Eberl, Dr. Heinz Kopetz, Präsident des europäischen und österreichischen Biomasseverbandes, Christopher Flavin, Präsident des World Watch Institute, Washington und Ottmar Edenhofer vom Potsdam Institut für Klimaforschung, Deutschland.
Die beiden Spitzenreferenten Ottmar Edenhofer (Potsdam Institut für Klimaforschung, Deutschland) und Christopher Flavin (Präsident des World Watch Institute, Washington) warnten eindringlich vor den dramatischen Auswirkungen des Klimawandels und betonten, dass eine Reduktion der Treibhausemissionen das Wirtschaftswachstum in den Industriestaaten und Entwicklungsländern bedrohen könnten. Daher muss es rasch zu einer Energiewende kommen, die auf Energieeffizienz und auf eine bessere Förderung der erneuerbaren Energien setzt. Dr. Heinz Kopetz, Präsident des europäischen und österreichischen Biomasseverbandes, betonte dass eine Energiewende, wie sie die europäische Union anstrebt (bis 2020 20 Prozent weniger CO2, eine um 20 Prozent bessere Energieeffizienz und Steigerung des erneuerbaren Energieanteils auf 20 Prozent), dringend notwendig sei. "Mit dezentralen Biomasseanlagen ist die Steiermark weltweiter Vorreiter, was bei den gestrigen Exkursionen der Konferenzteilnehmer auf großes Interesse stieß", erklärte Landwirtschaftskammerdirektor Winfried Eberl. Für einen forcierten Einsatz von Biomasse zur Wärmeerzeugung habe die Steiermark riesige Vorräte, so Eberl weiter.

Flavin: Nachhaltige Bioenergie als Chance für die Ärmsten
Christopher Flavin, Präsident des Worldwatch Institute in Washington DC, sieht in der Entwicklung von Bioenergie enorme Chancen für Erdöl abhängige Entwicklungsländer. Politische Rahmenbedingungen, die die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit garantieren sind unabdinglich.

Für Länder, die 50 bis 90 Prozent ihrer modernen Energie vom instabilen Welt-Ölmarkt beziehen, sind dies starke Argumente für eine zusätzliche Diversifizierung ihrer Energieversorgung. Und viele dieser Länder liegen in tropischen Zonen, in denen bereits relativ kostengünstige Biokraftstoff-Lieferanten angebaut werden wie beispielsweise Zuckerrohr und Ölpalmen. Präsident Wade hat zwölf afrikanische Nationen davon überzeugt, gemeinsam mit dem Senegal die „Pan-Africa Non-Petroleum Producers Association (PANPP)“ zu gründen, die unter anderem zum Ziel hat, eine starke Biokraftstoff-Industrie in Afrika zu entwickeln.

Energiesicherung durch Biomasse
Die Idee hinter diesen Bemühungen besteht darin, einen Teil des Geldes, das derzeit als Zahlungen für Öllieferungen ins Ausland geht, den lokalen Agrar- und Produktionssektoren zuzuführen, wo es die Wirtschaft stärken und Arbeitsplätze schaffen könnte. Die moderne Bioenergie könnte dann dazu beitragen, den Bedarf von 1,6 Milliarden Menschen zu erfüllen, die keinen Zugang zur Stromversorgung haben, sowie von weiteren 2,4 Milliarden Menschen, die zur Erfüllung ihres Energiebedarfs von Stroh, Dung oder anderen traditionellen Biomasse-Kraftstoffen abhängig sind.


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Aktualisiert am: 03.02.2008 20:56
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